Fazit fällt sehr positiv aus

Visitation beendet: So sieht der Weihbischof die Zukunft der Pfarrei St. Michael

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Weihbischof Wilhelm Zimmermann beendete am Pfingstmontag seine Visitation in Werdohl und Neuenrade.

Werdohl - Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche ging am Pfingstmontag die Dienstreise des Essener Weihbischofs Wilhelm Zimmermann nach Werdohl und Neuenrade zu Ende.

„Der Heilige Geist als Beweger in bewegenden Zeiten schenkt uns die Kraft, sich zu befreien von den Verstrickungen, die uns in der Welt und an die Welt fesseln“, sagte der Geistliche in seiner Predigt. 

Er zitierte Martin Luthers Wort von der „Freiheit eines Christenmenschen“, das sich auf ein Wort des Apostels Paulus aus dem Römerbrief bezog: „Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen Gottes macht.“ Wilhelm Zimmermanns Einfügung „zu Söhnen und Töchtern Gottes“ machte deutlich, dass der Weihbischof die Frauen als Baumeisterinnen der kirchlichen Zukunft im Blick hat. 

Verständnis für Streikaktion 

Im Gespräch nach dem Gottesdienst äußerte er Verständnis für die jüngste Streikaktion katholischer Frauen, die im Rahmen der bundesweiten Initiative „Maria 2.0“ eine Woche lang deutlich gemacht hatten, dass ohne ihr ehrenamtliches Engagement nicht mehr viel geht in den Kirchengemeinden. „Ich kann ihr Anliegen gut verstehen“, sagte Zimmermann. Das Bistum sei auf dem Weg der Beteiligung von Frau sehr weit vorangekommen: Schuldezernat, Caritasverband und zukünftig auch die katholische Akademie würden jeweils von Frauen geleitet. „Es ist alles möglich außer der Priester- und der Diakonweihe.“ Hinsichtlich der Streikwoche hatte der Weihbischof nur für die gleichzeitige Verweigerung der Eucharistie durch die Frauen kein Verständnis. 

Gut drei Wochen vor Ort

Gut drei Wochen hatte der Weihbischof im Mai im Rahmen seiner turnusgemäßen Visitation der Pfarrei St. Michael mit Einzelakteuren und kirchlichen Gruppen über die aktuelle Situation und die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinden in Werdohl und Neuenrade gesprochen. „Es ist nicht so einfach, beide Gemeinden im gleichen Takt laufen zu lassen“, sah der Bischof auch Reibungsverluste. 

Sein Fazit fiel dennoch sehr positiv aus: „Ich glaube, dass die Pfarrei mit den drei Patres in eine gute Zukunft geht.“ Nötig seien „moderne, heutigere Schritte, um Menschen mit Jesus Christus in Berührung zu bringen“. Durchaus mit Respekt bekannte sich Wilhelm Zimmermann zu eher horizontalen Organisationsstrukturen, wie sie in der evangelischen Kirche zu finden sind: „Man kann eine Kirche heute nicht mehr hierarchisch führen. Wir brauchen mehr synodale Elemente.“ 

Ökumenische Zusammenarbeit

Das wiederum traf sich mit einem Rückblick auf einen Gedanken der ökumenischen Konferenz von 1952 im norwegischen Lund: Schon damals hieß es „überall dort gemeinsam zu handeln, wo nicht Gründe des Glaubens oder der größeren Zweckmäßigkeit dem entgegen stehen“. Dieses Prinzip sei ein wesentlicher Baustein für die Einheit der Christen – egal ob Lutheraner, Reformierte, Orthodoxe oder Freikirchen. Das Bistum Essen wolle diesen Weg der ökumenischen Zusammenarbeit entschieden weitergehen. „Dass hier in Werdohl, Neuenrade und den angrenzenden Orten die Ökumene schon seit Jahren ganz vorbildlich gelebt wird, darf nicht unerwähnt bleiben“, fand Zimmermann. 

Natürlich gebe es noch Trennendes in theologischen und ethischen Fragen. Diese müsse man aber intern klären: „Die Mehrheit der Menschen außerhalb unserer Kirchen, ja sogar die Mehrheit aller Christen in unserem Land, ist wenig interessiert an Fragen, die wir untereinander klären müssen.“

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