Jagd auf den Corona-Vogel  

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Dicht gedrängt haben Zuschauer im vergangenen Jahr auf der Vogelwiese an der Goethestraße das Schießen verfolgt. Das ist in diesem Jahr nicht möglich.

Werdohl  - In Werdohl wird es ein virtuelles Schützenfest-Wochenende geben. 

Eins steht fest: Volker Brahmsiepen, amtierender Schützenkönig des Werdohler Schützenvereins (WSV), wird in diesem Jahr keinen Nachfolger bekommen. Wegen der Corona-Pandemie wird kein Schützenfest stattfinden. Einen Vogel werden die Werdohler Schützen aber trotzdem abschießen können. Der Vorstand hat sich dafür ein ausgeklügeltes Verfahren ausgedacht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Corona-Vogelschießen. 

Warum fällt das Schützenfest aus? 

Bereits Ende März hatte der Vorstand des WSV das diesjährige Schützenfest abgesagt. Das finanzielle Risiko sei einfach zu groß, hatte der Vorsitzende und Oberst Andreas Schreiber bereits argumentiert, als von einem generellen Verbot von Großveranstaltungen noch keine Rede war. Von der Richtigkeit der Entscheidung, die der eine oder andere seinerzeit noch als voreilig kritisiert haben dürfte, ist Schreiber aber mittlerweile mehr denn je überzeugt. „Durch diese frühe Entscheidung sind wir sehr sauber aus der ganzen Sache herausgekommen. Es sind von nirgendwo Forderungen an uns gekommen“, berichtete er in der vergangenen Woche von einvernehmlichen Regelungen mit allen Vertragspartnern.

Warum gibt es trotzdem ein Vogelschießen? 

Auch wenn es in diesem Jahr in Werdohl also kein Schützenfest geben wird – auf ein Vogelschießen wollen die Schützen nicht verzichten. Allerdings wird es nicht wie üblich auf der Vogelwiese hinter dem Schützenzelt stattfinden. Vielmehr hat der WSV-Vorstand ein virtuelles Schießen vorbereitet, bei dem die Schützen ihre Schüsse per E-Mail oder sogar mit der Post abgeben können. 

Wie funktioniert das Vogelschießen? 

Der Vorstand hat über das Foto eines Schützenvogels ein Koordinatenraster mit 400 Feldern (von A1 oben links bis T20 unten rechts) gelegt. Darunter befinden sich insgesamt 41 Trefferfelder für die Ziele Krone, Apfel, Zepter, rechter Flügel, linker Flügel und Rumpf, welche in dieser Reihenfolge auch abgeschossen werden müssen. „Das funktioniert ganz ähnlich wie bei dem Spiel ‘Schiffe versenken’“, erläuterte Andreas Schreiber das System. „Die Schiffe sind bei uns allerdings die Insignien, und jede Insignie ist irgendwann versenkt.“ Jedes Mitglied kann zehn Koordinaten einreichen. Wer als erstes das letzte ungetroffene Trefferfeld einer Insignie ausgewählt hat, ist erfolgreicher Schütze für dieses Ziels und muss dann pausieren, bis schließlich auf den Rumpf geschossen wird. Den Vogel abgeschossen hat, wer am Ende das letzte noch verschont gebliebene Trefferfeld des Rumpfes erwischt. 

Wer kann am Vogelschießen teilnehmen? 

Jedes WSV-Mitglied kann unabhängig von Geschlecht, Alter und Kompaniezugehörigkeit zehn virtuelle Schüsse abgeben. Je einen Ehren-„Schuss“ geben der amtierende Schützenkönig Volker Brahmsiepen und Bürgermeisterin Silvia Voßloh ab. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Wann wird geschossen? 

Die Listen mit allen zehn Koordinaten („Schüssen“) müssen zwischen Freitag, 26. Juni, und Freitag, 3. Juli (18 Uhr), an den Oberst persönlich, per Post oder per E-Mail (a.schreiber@werdohlersv.de) übergeben werden. Spannend wird es dann am Montag, 6. Juli, ab etwa 10 Uhr, wenn der Oberst auf der Facebook-Seite des WSV nach und nach die Koordinaten und die Namen der Schützen bekannt gibt, die diese Koordinaten eingereicht haben. Dann kann man also online verfolgen, wie der Vogel in seine Einzelteile zerlegt wird.

Hat der Sieger Verpflichtungen? 

Nein. „Es resultieren aus einem Gewinn – bis auf die öffentliche Bekanntmachung, auch im Internet – keine Pflichten für das siegreiche Mitglied“, heißt es in den Regel für das virtuelle Vogelschießen. 

Was kann man gewinnen? 

Die Insignienschützen erhalten Sachpreise wie etwa einen Pizzza- oder Pasta-Gutscheine für die Krone oder einen Kasten Bier oder Cola für Apfel, Zepter und Flügel. Wer am Ende den Rumpf abschießt und damit gewissermaßen „Corona-König“ oder „Corona-Königin“ wird, darf sich über einen Gutschein für eine Grill-Party mit einem 30-Liter-Fass Bier freuen. Außerdem gibt es als äußeres Zeichen der königlichen Ehre ein exklusives T-Shirt.

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Regeln 

Die ausführlichen Regeln für die virtuelle Vogelschießen sind auf der Internetseite des WSV nachzulesen: www-werdohlersv.de

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