Nachmieter gefunden

Villa am Brüninghaus-Platz: Das tut sich in der ehemaligen Kinderarzt-Praxis

Die Villa San Lorenzo soll in neuem Glanz erstrahlen. Miteigentümer Damian Imöhl (Mitte) hat das Gebäude an Carsten Hoffmann (links), Rechtsanwalt und Notar, und Rechtsanwalt Andreas Klose (rechts) vermietet. Anfang des Jahres soll die Kanzlei dort zu finden sein.
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Die Villa San Lorenzo soll in neuem Glanz erstrahlen. Miteigentümer Damian Imöhl (Mitte) hat das Gebäude an Carsten Hoffmann (links), Rechtsanwalt und Notar, und Rechtsanwalt Andreas Klose (rechts) vermietet. Anfang des Jahres soll die Kanzlei dort zu finden sein.

Das Klientel, das in der Villa San Lorenzo ein- und ausgeht, wird sich verändern.

Dort, wo früher Eltern saßen, bis sie mit ihrem Nachwuchs ins Behandlungszimmers des Kinderarztes gerufen wurden, werden ab dem kommenden Jahr Menschen warten, die eine anwaltliche oder notarielle Leistung in Anspruch nehmen möchten: Die Rechtsanwälte Andreas Klose und Carsten Hoffmann – letzterer trägt auch den Notar-Titel – ziehen mit ihrer Kanzlei von der Freiheitstraße 22 in das eindrucksvolle Gebäude mit der Hausnummer 27.

Damian Imöhl ist glücklich über diese Entwicklung. Der Sohn des verstorbenen Kinderarztes Dr. Rudolf Imöhl und heutige Chefredakteur der Schwäbischen Post in Aalen ist in der Villa aufgewachsen; Werdohl liegt ihm sehr am Herzen. Als Mitglied der Eigentümergemeinschaft hat er seit etwa zwei Jahren nach einer Lösung im Sinne seines verstorbenen Vaters und im Interesse der Stadt Werdohl gesucht.

Kinderarztpraxis schloss Ende 2018

Bis Ende des Jahres 2018 praktizierte der Kinderarzt Dr. Zati Altay in dem Gebäude. Im Alter von 69 Jahren hatte sich der Mediziner in den Ruhestand verabschiedet – und Imöhls Suche begann. Dazu gehörte auch ein Anruf bei Andreas Klose und Carsten Hoffmann. „Wir haben eine Schule besucht“, erzählt der Journalist. Die ehemaligen Schulkameraden kamen ins Gespräch und wurden sich schließlich einig. „Jetzt stehen die Handwerker Gewehr bei Fuß“, stellt Damian Imöhl mit Blick auf den ehrgeizigen Zeitplan fest: Bereits Anfang des kommenden Jahres wollen die Rechtsanwälte in der Villa ihre Mandanten empfangen.

Bis dahin werden Elektriker, Maler und andere Handwerker aus Werdohl und Umgebung in der ehemaligen Kinderarztpraxis eine Menge Arbeit haben. Ein fünfstelliger Betrag werde in das denkmalgeschätzte Gebäude investiert. „Der Wartebereich in der Mitte bleibt erhalten“, beschreibt Damian Imöhl. Allerdings sei eine offene Anmeldung geplant und eine Glasfront auf der Seite, die dem Brüninghaus-Platz zugewandt ist. „Sie wird für viel Licht im Gebäude sorgen“, ist der Wahlschwabe überzeugt. Neben diesem Bereich sollen auf beiden Seiten der Villa Büroräume entstehen.

Herrschaftliches Ambiente

„Der Stil der Villa wird sich nicht verändern“, unterstreicht Carsten Hoffmann, und weist unter anderem auf die Stuckdecken hin, die dem Gebäude ein herrschaftliches Ambiente verleihen. Ebenso wie das Eichenparkett, das momentan allerdings ziemlich abgenutzt erscheint. „Es wird abgeschliffen und sieht dann aus wie neu“, freut sich Imöhl auf neuen Glanz in der Villa.

Insgesamt 175 Quadratmeter stünden der Kanzlei zur Verfügung, berichtet Hoffmann. Im Keller sollen Akten gelagert werden, Sozialräume für die Mitarbeiter seien dort ebenfalls geplant. Doch das Platzangebot sei nicht ausschlaggebend für den Umzug, unterstreicht der Rechtsanwalt und Notar. „Dieses Gebäude ist besonders repräsentativ. Eine solche Immobilie sollte nicht leerstehen.“ Auch deshalb hätten sich die Parteien auf einen langfristigen Mietvertrag geeinigt.

Dieses Gebäude ist besonders repräsentativ. Eine solche Immobilie sollte nicht leerstehen.

Carsten Hoffmann, Rechtsanwalt und Notar

„Diese Lösung ist auch für die Stadt gut“, ist Imöhl überzeugt – obwohl sich sein Herzenswunsch nicht erfüllt hat: „Eine Kinderarztpraxis konnte ich leider in der Villa San Lorenzo nicht mehr realisieren“, bedauert er. Zwar hätten einige Mediziner Interesse gezeigt und sich die Villa angesehen, aber letztlich doch abgewunken. „Sie hatten unterschiedliche Gründe. Aber dass eine solche Praxis mit sehr viel Arbeit verbunden ist, das gehörte wohl dazu.“

Dafür gab es Interessenten aus anderen Branchen: Zwei Bordellbetreiber hätten sich gerne in der Villa niedergelassen. Doch das kam für Imöhl nicht in Frage: „Mein Vater war so katholisch, er hätte Blitze aus dem Grab zucken lassen.“ Auch ein Verkauf, den er problemlos hätte realisieren können, war für den Miteigentümer keine Option. „Das hätte ich einfach nicht fertig gebracht.“

Konkrete Pläne für den Garten

Jetzt möchte er für sich die Wohnung über der ehemaligen Kinderarztpraxis herrichten, um dann langfristig wieder mehr Zeit in seiner alten Heimatstadt zu verbringen. Die Wohnung unterm Dach will Imöhl vermieten: „Ein besonderes Apartment mit einem separaten Eingang.“

In dieser Unterdruckkammer wurden früher Kinder behandelt, die an Keuchhusten litten. Damian Imöhl würde das Überbleibsel der Praxis gerne verschenken.

Auch für den Garten hat der Wahlschwabe Pläne. Eine parkähnliche Landschaft, „am liebsten mit Palmen“, schwebt ihm für die dem Brüninghaus-Platz zugewandte Seite zu. Als Gestaltungsvorlage dient Imöhl ein Foto, das vermutlich in den 1920er-Jahren entstanden ist: „So hätte ich es gerne irgendwann wieder.“ Hinter der Villa wünscht sich Imöhl einen naturbelassenen Garten, der auch einen ökologischen Nutzen haben soll. „Vielleicht finde ich einen Imker, der seine Bienenvölker dort ansiedeln möchte.“

Villa muss noch ausgeräumt werden

Doch bevor er Zeit für die Planung der Gärten findet, muss Damian Imöhl die Villa noch komplett ausräumen. Damit ist er schon seit geraumer Zeit beschäftigt. Alte Polstermöbel und gebrauchtes Interieur der Kinderarztpraxis, zum Beispiel Liegen, würde er kostenfrei an Interessierte abgeben. Verschenken möchte er auch die alte Unterdruckkammer, in der früher Kinder mit Keuchhusten behandelt wurden: „Daraus kann man sicher ein tolles Raumschiff bauen“, denkt Damian Imöhl an die Verwendung in einem Garten oder auf einem Spielplatz.

Kontakt: Damian Imöhl ist zu erreichen unter der Rufnummer 01 52 / 22 66 97 99.

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