Werdohl muss sich bald für eine einzige Schulform entscheiden

Angespannte Gesichter Montagabend im Schulausschuss: Christiane Langs-Blöink (rechts) von der Realschule spricht, Sven Stocks von der Gesamtschule hört zu. In der Mitte die Grundschul-Vertreterin Britta Schwarze.

Werdohl – Unaufhaltsam sickerte Montagabend den Fraktionen im Schulausschuss ein, dass sie als Feierabend-Politiker in den kommenden Monaten eine der härtesten Entscheidungen der vergangenen Jahre treffen müssen. Nach dem Scheitern der Gesamtschulfusion von Werdohl und Finnentrop hat die Bezirksregierung der Stadt folgende Optionen vorgestellt: Die Bildung einer Sekundarschule, die Auflösung der Realschule oder die Auflösung der Gesamtschule. 

Als Ergebnis der Unterredung mit der Bezirksregierung in der vergangenen Woche fasste Fachbereichsleiter Michael Grabs diese Informationen zusammen.

Die Bezirksregierung wird für die Zukunft nur noch eine einzige vierzügige Schule für die Sekundarstufe I in Werdohl zulassen. Die Schülerzahlen reichen auf Dauer nicht aus, mehr als diese eine vierzügige Schulform zu betreiben. Davon ausgenommen ist die Oberstufe an der AEG, die so lange Bestehen bleiben darf, wie die dafür nötigen Anmeldungen vorliegen.

Schullandschaft kann nicht so bleiben

Michael Grabs brachte es den Mitgliedern des Schulausschusses so nach und nach bei: Innerhalb eines halben Jahres sind sie aufgefordert, sich zwischen einer Sekundarschule, der Gesamtschule oder der Realschule zu entscheiden. Grabs: „Mehr Schulformen gibt es nicht. Unsere Schullandschaft kann so, wie sie ist, nicht aufrecht erhalten werden.“

Rechne man etwa 40 Prozent Eltern ab, die sich für die umliegenden Gymnasien entscheiden, blieben für eine Realschule als Halbtagsschule und eine Gesamtschule als Ganztagsschule zu wenige Schüler in der Stadt.

Kein Spielraum für Duldung des Zweckverbandes

Die Zahl von 150 nötigen Schülern für die Fusion sei nicht einmal annähernd erreicht worden. Vielleicht hätte die Bezirksregierung beim Erreichen von 120 Schülern mit sich reden lassen. Doch auch diese Zahl wurde mit den momentan angemeldeten 111 Kindern nicht erzielt. Das Schulgesetz habe der Bezirksregierung deshalb keinen Spielraum für die Duldung des Zweckverbandes gelassen.

Wortbeiträge aus dem Ausschuss, die sich mit der Vergangenheit beschäftigten, kommentierte Grabs so: „Wir sind dabei, in Fantasien früherer Jahre abzuschwenken.“ Der Rat müsse in den nächsten Monaten eine Entscheidung treffen, die spätestens im September oder Oktober umsetzbar sei.

Unterausschuss soll öffentlich tagen

Dazu soll bald ein Unterausschuss des Schul- und Sportausschusses nur für diese Problematik gebildet werden, der öffentlich tagt und in drei oder vier Sitzungen eine Entscheidung für den Stadtrat vorbereitet. Möglicherweise könne ein externer Berater hinzugezogen werden.

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