Industriedenkmal auf der Grenze von Werdohl zu Herscheid

Ahe-Hammer-Gewölbe in Werdohl gerettet

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Jan-Niklas van der Linde vom Sanierungsbetrieb hockt vor der komplizierten Baustelle unter dem Gebäude des Ahe-Hammers.

Werdohl - Der Ahe-Hammer ist gerettet, die komplizierten Sanierungsarbeiten am Gewölbe, auf dem die Mauern des Hammergebäudes stehen, sind am Freitag erfolgreich beendet worden. Die Firma I/D Sanierungstechnik aus Bocholt hat in vier Wochen komplizierter Arbeit den Ablaufschacht mit einem Bauwerk und viel Beton stabilisiert. Freitag rückten die drei Männer wieder ab.

Architektin Katja Schlisio berichtet von den Schwierigkeiten der Planung: „Die Außenwände und der Hammer selbst liegen alle auf dem Schwerpunkt des Gewölbebogens. Das war ein großes Problem.“ 2011 hatte ein Hochwasser den Druck auf den Gewölbebogen noch weiter erhöht. Seitdem herrschte Einsturzgefahr des Gewölbes. Als Alternative zu der jetzt erfolgten Sanierung hätte nur Abriss und Wiederaufbau gestanden. Das war aus Sicht des Denkmalschutzes nicht vorstellbar.

Die Lösung von Architektin Schlisio wurde in den vergangenen vier Wochen unter der Leitung von Polier Reiner Messing in die Tat umgesetzt. Das Gewölbe ist über eine Leiter von oben in den Wasserlauf hinab zu erreichen. Unter dem Gewölbe kann man nur gebückt gehen, am Ende betrug die Arbeitshöhe gerade noch 58 Zentimeter. Messing: „Da konnten wir nur auf dem Bauch liegend oder rücklings arbeiten.“ Ein Mann lag und mauerte, einer reichte Material an, der dritte stand zur Absicherung bereit. Zudem war das Gewölbe mit einem Schutzgerüst gesichert worden.

„Das war schon eine ganz besondere Herausforderung“, meint der Polier rückblickend, „da sind wir mit viel Vorsicht drangegangen.“ So eine Baustelle habe der Sanierungsbetrieb I/D nicht alle Tage zu bewältigen. Auch die Schwierigkeiten unter dem Ahe-Hammer hätten über dem üblichen Rahmen gelegen.

Die losen Quader im Gewölbe mussten verfestigt werden. Zunächst wurden Wände aufgemauert und dahinter betoniert. Auf die Mauern kam eine Glasfaser-verstärkte Kunststoffplatte, die das Bauwerk fixiert. Danach musste das Gewölbe ausbetoniert werden. Währenddessen hielten Pumpen den Auslauf einigermaßen trocken. Die Arbeiter waren stets in Schutzanzügen mit Helm und Beleuchtung im Stollen unterwegs. Die Decke des Gewölbes sieht aus wie eine Tropfsteinhöhle, es haben sich schon Stalagtiten gebildet. Bei starken Regenfällen tropfte es besonders durch die Decke.

„Jetzt ist das Werk vollbracht“, meinte Polier Messing durchaus mit Stolz auf die Arbeit. Handwerkliches Geschick und viele Jahre Erfahrung sind nötig für so eine Spezialbaustelle. Vier Wochen haben er und seine Leute in der Herscheider Mühle gewohnt.

Die NRW-Stiftung für Heimat-, Natur- und Denkmalschutz hat den Baumaßnahmen eine 200 000-Euro-Förderung zugesichert. Die Stiftung verdoppelt zudem die gesammelten Spendengelder bis zu einer Maximalhöhe von 65 000 Euro. Zum Tag des offenen Denkmals im September soll der Hammer erstmals wieder schlagen.

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