Vier Promille schafft er

Ein Alkoholiker hatte Polizei und Rettungssanitäter angegriffen. Das Verfahren wurde eingestellt.

WERDOHL ▪ Ein turbulenter Zwischenfall im Werdohler Krankenhaus beschäftigte gestern das Altenaer Amtsgericht.

Nachdem er als hilflose Person aufgegriffen wurde, hatte ein stark alkoholisierter 49-Jähriger in der Nacht auf den 13. Oktober vergangenen Jahres zunächst einer Rettungssanitäterin die Hand so dermaßen gequetscht, so dass die Frau noch zwei Tage lang unter Schmerzen litt. Anschließend war der Werdohler verbal auf zwei Polizeibeamte losgegangen, er hatte die Uniformierten unter anderem mit den Worten: „Penner, ihr seid doch alle von der Gestapo. Ab mit euch nach Auschwitz”, beleidigt. Als der Mann daraufhin zur Beruhigung am Bett festgegurtet werden sollte, hatte sich der Frührentner wild um sich schlagend und tretend gegen die Maßnahme gewehrt.

Gestern nun fand er sich auf der Anklagebank des Altenaer Amtsgerichts wieder. Hier gab der Mann eine alkoholbedingte Erinnerungslücke vor. „Es tut mir leid, aber ich erinnere mich an den Tag überhaupt nicht. Ich war total besoffen.” Der gelernte Kfz-Mechaniker offenbarte dem Gericht ein Alkoholproblem. Ein übermäßiger Alkoholgenuss hatte den Mann aufgrund einer Nervenschädigung arbeitsunfähig gemacht. Der Werdohler erklärte, wenn er Geld habe, trinke er auch sehr viel: „Da habe ich auch schon mal vier Promille geschafft.” bezüglich des Tatvorwurfes erklärte der 49-Jährige: „Es kann schon so gewesen sein. Es war meine Schuld.” Am Ende entschied der Vorsitzende Richter Dirk Reckschmidt das Verfahren vorläufig einzustellen. Jetzt muss der Angeklagte 500 Euro in Raten zu je 100 Euro an die Justizkasse zahlen. „Zahlen Sie das, sehen wir uns hier nicht wieder”, verabschiedete der Vorsitzende den Werdohler. „Ich zahle bestimmt”, versprach der Rentner.

Jana Peuckert

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