Vielversprechender Start

Beim Kerzenschein, auf dem Boden sitzend, machten sich die Jugendlichen Gedanken.

WERDOHL ▪ Für die Organisatoren war es ein vielversprechender Auftakt: Mit fast 100 Teilnehmern kamen deutlich mehr Jugendliche als erwartet zur ersten Andacht der Jugendkirche „Über.dacht“ des Kreisdekanates Altena-Lüdenscheid in der St.-Michael-Kirche.

Fast zwei Stunden dauerte die Andacht am späten Freitagabend. Unter dem Motto „leb.los!“ boten die rund 20 jungen Leute im Alter von 15 bis 34 Jahren, die den Abend vorbereitet hatten, Gedanken über Tod und Trauer – und fast zwangsläufig daraus resultierend über das Leben.

Die Kirche war dazu umgestaltet worden. Anstelle von Kirchenbänken lagen Sitzkissen im vorderen Bereich. Es gab Videopräsentationen, Rockmusik und Lichteffekte. Linda Malolepszy vom Organisationsteam berichtete, dass rund fünf Monate Vorbereitung darin steckten.

Die Doppeldeutigkeit des Titels „leb.los!“ war einer der Kunstgriffe, die dabei herausgekommen sind. Er sollte durchaus als Motivation verstanden werden, sein Leben auch in schwierigen Zeiten nicht aufgeben zu wollen, sondern es bis zum letzten Tag auszukosten.

Mit Lebensgeschichten, die als Ich-Geschichten vorgetragen oder gespielt worden, erzählten die jungen Leute über Menschen, die in verschiedenen Situationen dem Tod begegnet sind: in der Trauer über einen verstorbenen Angehörigen, nach einem missglückten Selbstmordversuch, nach einer Alkoholvergiftung oder der Nachricht von einer unheilbaren Krankheit. Schließlich waren alle Zuhörer eingeladen, sich selbst Gedanken übers Leben nach dem Tod zu machen und sie in kleinen Gruppen zu diskutieren.

Daniel Enzmann, Jugendreferent des Kreisdekanates, war mit dem Startschuss für die Jugendkirche zufrieden, kündigte aber auch einige Verbesserungen für den nächsten Termin am 4. September in Neuenrade an, die sich aus den Erfahrungen vom Freitag ergeben hätten. Das Thema wird dann dasselbe sein. Damit möchte die Jugendkirche zunächst durch alle Pfarreien des Dekanates touren. Erst danach gibt es einen neuen Inhalt, der ebenfalls überall präsentiert werden soll. Ziel ist es, einmal im Monat, jedesmal in einer anderen Pfarrei, eine Jugendandacht zu halten.

Ein Punkt, den Enzmann ansprach, war der theologische Bezug. Dieser solle zwar nicht im Mittelpunkt stehen, da man die Jugendlichen nicht belehren sondern vielmehr anregen wolle, für sich selbst Antworten auf die gestellten Fragen zu finden, aber dass der theologische Aspekt am Freitag fast gänzlich ausgeklammert war, lag vor allem daran, dass Patrick Schnell, Jugendseelsorger des Kreisdekanates, erkrankt war.

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