Verunsicherte Besitzer

Viele Waffen landen in Schrottpresse - Schützen sauer

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Viele Waffen landen in der Schrottpresse.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Ein Schreiben der Kreispolizeibehörde sorgt für Verunsicherung bei Waffenbesitzern: Sie sollen sagen, wie sie ihre Gewehre oder Pistolen lagern – und ob sie  noch den Bedarf für eine Waffe haben. Die Folge: Manch eine Waffe landet in der Schrottpresse. Sehr zum Ärger der Schießsportler im Kreis

„Da gehen manchmal echte Werte verloren“, sagt Ludger Rösges. Er ist Vorsitzender des Schützenkreises Lüdenscheid und erhält häufig Nachfragen von verunsicherten Waffenbesitzern, die mitunter erst mit dem polizeilichen Schreiben von ihrem Besitz erfahren. „Dann ist vielleicht der Großvater oder Vater gestorben, der eine Waffe besaß, von der keiner wusste“, so Rösges. 

Die häufige Reaktion dieser unverhofften Waffenbesitzer: Sie geben an, keinen Bedarf für die Waffe zu haben. Fortan ist das Gewehr oder die Pistole ein Fall für die Entsorgung, denn: „Waffen, die uns auf diese Weise gemeldet werden, werden komplett zerstört“, sagt Marcel Dilling, Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis. 

Systematische Schreiben an Waffenbesitzer

Dilling räumt ein, dass die Behörde systematisch alle Besitzer von Waffen anschreibe, um nicht genutzte oder nicht vorschriftsmäßig gelagerten Waffen auf die Spur zu kommen. „Man kann solche Waffen ja nicht einfach unters Kopfkissen legen“, betont der Polizei-Sprecher. Grundlage dieser Maßnahme sei das Waffengesetz, das eine „Bedürfnisabfrage“ vorsehe. 

„Zwei Drittel der Angefragten schicken daraufhin ein Foto von Waffe und Aufbewahrungsort mit Erläuterungen. „Ein Drittel macht das nicht und erhält dann ein etwas deutlicheres Schreiben mit der Androhung des Entzugs der Waffe.“ Dieses Schreiben habe dann meist Erfolg. 

„Es gibt Fälle, dass Personen die Waffe einfach abgeben wollen. Das kann auch auf den Wachen in den einzelnen Städten geschehen“, sagt Marcel Dilling. Ist der Waffenbesitzer Jäger oder Sportschütze, der regelmäßig sein Gewehr oder seine Pistole nutzt, ist der Besitz kein Problem. 

Informationen von Schießsportvereinen oder Jägern

Doch selbst, wenn die Waffe nicht mehr im ursprünglichen Sinne benötigt werde, müsse sie nicht verschrottet werden, betont Schützenkreis-Vorsitzender Ludger Rösges. „Da steht jeder Schießsportverein oder Jäger im Kreis für Informationen zur Verfügung.“ 

Nicht zuletzt, weil manch eine wertvolle Waffe auf diesem Weg vor der Schrottpresse bewahrt werden könnte. „Sei es durch die Vermittlung an Sportschützen, die auf der Suche nach Waffen sind, oder an Vereine, die Gewehre oder Pistolen für ihre Mitglieder benötigen“, erklärt Rösges. 

Für ein gutes gebrauchtes Kleinkaliber-Gewehr würden mindestens 600 Euro fällig, neuwertige kosteten einige tausend Euro. Rösges bietet auch an, als Ratgeber zur Seite zu stehen, wenn ein Schreiben der Polizei ins Haus flattert. „Es geht ja nicht nur darum, die Waffe zu verschenken, sondern vielleicht kann der Besitzer sie ja eventuell noch an Personen verkaufen, die sie benötigen.“ 

Werdohler Schützenverein nimmt Waffen nur eingeschränkt an 

Yannik Müller, Sportleiter des Werdohler Schützenvereins, pflichtet Rösges grundsätzlich bei, macht für seinen Verein aber Einschränkungen: „Wir würden Waffen annehmen, allerdings nur Luftdruckwaffen.“ 

Der WSV verfüge selbst über ausreichend Kleinkaliberwaffen, außerdem gebe es für deren Aufbewahrung strengere Auflagen. Und selbst wenn jemand dem WSV eine noch brauchbare Waffe anbieten wolle, sei ein Erwerbsnachweis unabdingbar dafür, dass der Verein sie annehme. „Einen Kaufbeleg oder den Nachweis, dass es sich um ein Erbstück vom Opa handelt, müssen wir schon haben“, betont Müller.

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