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Viele Leerstände beseitigt: Ist die Innenstadt wiederbelebt worden?

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Von: Volker Griese

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Wie die Innenstadt wieder mit Leben gefüllt werden kann, ist Gegenstand vieler Überlegungen im Rathaus, aber auch in verschiedenen Themengruppen, in denen sich die Bevölkerung Werdohls engagieren kann.
Wie die Innenstadt wieder mit Leben gefüllt werden kann, ist Gegenstand vieler Überlegungen im Rathaus, aber auch in verschiedenen Themengruppen, in denen sich die Bevölkerung Werdohls engagieren kann. © Henrik Wiemer

Die Wiederbelebung der Innenstadt ist zweifellos eines der drängendsten Probleme, die die Stadt Werdohl zu lösen hat, nachdem dort innerhalb der vergangenen zwei Jahre zahlreiche Geschäfte inklusive des WK Warenhauses geschlossen haben. Welche Fortschritte bisher gemacht werden konnten, skizzierte der städtische Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea).

Werdohl – Haubrichs präsentierte den Ausschussmitgliedern zwei verschiedene Übersichtspläne der Innenstadt: Auf dem ersten, der aus dem August 2021 stammte, waren zahlreiche rote Pfeile zu sehen, von denen jeder einen Leerstand markierte. Der zweite Plan ist erst ein paar Wochen alt, und auf ihm sind aus den meisten roten Pfeile grüne geworden. „In ganz vielen Ladenlokalen hat sich eine Nachnutzung ergeben“, erläuterte Haubrichs den Hintergrund dieses Farbwechsels.

Zum größten Teil seien diese neuen Mietverhältnisse durch den Verfügungsfonds gefördert worden, der der Stadt aus dem Sofortprogramms zur Stärkung der Innenstädte und Zentren des Landes zur Verfügung gestellt worden ist, sagte Haubrichs. Mit dem Geld kann die Stadt leerstehende Geschäftsräume für einen begrenzten Zeitraum zu vergünstigten Konditionen anbieten.

Auf dem neuesten Innenstadtplan gab es allerdings neben sieben verbliebenen roten auch noch drei gelbe und vier blaue Pfeile. Während die blauen Markierungen für Ladenlokale stehen, deren Status ungewiss ist, bedeutet Gelb, dass sich dort vielleicht in Kürze etwas tun könnte. Haubrichs betonte nämlich: „Es ist viel passiert, es passiert aber immer noch etwas.“ Mit anderen Worten: Die Wiederbelebung der Innenstadt ist noch keineswegs abgeschlossen.

Offen blieb die Frage, ob die neuen Mieter auch in der Lage sein werden, überhaupt für Kundenfrequenz auf Freiheit- und Bahnhofstraße zu sorgen – und wenn sie es können, für wie lange. Die jetzt subventionierten Mietverhältnisse laufen nämlich am 31. Dezember 2023 aus. Was danach passiert, müssen Mieter und Vermieter unter sich aushandeln.

Die Bemühungen, wieder Leben in die Innenstadt zu bringen, beschränken sich allerdings auch nicht nur auf die Wiedervermietung der leerstehenden Geschäfte. Durch verschiedene Themengruppen versucht die Stadt, die bei dem ganzen Projekt von einem Stadtplanungsbüro aus dem niedersächsischen Northeim unterstützt wird, auch die Bevölkerung in den Prozess einzubinden.

So gibt es eine Gruppe, die sich um die Verschönerung und Aufwertung der Innenstadt kümmert und bereits über eine digitale Stadtführung, über Trinkbrunnen und eine Verschönerung von Stromkästen nachdenkt. Eine andere Gruppe widmet sich der Frage, wie Leerstände in multifunktionale Räume beispielsweise für die Kinderarbeit, als sozialer oder kultureller Treffpunkt oder als Präsentationsraum für heimische Unternehmen genutzt werden könnten.

Wie man die Innenstadt durch (temporäre) Veranstaltungen beleben könnte, wird in einer dritten Themengruppe überlegt. Dort ist von Cocktail-Abenden, Stadtpark-Konzerten oder einer Präsenation verschiedener Kulturen die Rede.

Während diese Themengruppen schon ihre Arbeit aufgenommen hätten, sei eine vierte Gruppe bisher noch nicht zusammengekommen, berichtete Haubrichs. Es handele sich um die Gruppe, die Möglichkeiten zur Stärkung der Zusammenarbeit der Gastronomie finden solle. Er sei aber zuversichtlich, dass auch in dieser Gruppe bald der Anfang gemacht werden könne, sagte der Wirtschaftsförderer.

Haubrichs betonte, dass Interessenten noch in allen Gruppen an der Wiederbelegung der Werdohler Innenstadt mitarbeiten könnten. Mit einer E-Mail an innenstadt@werdohl.de könnten sie sich bei ihm melden.

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