Viele Fragen zum Thema Pflege

Bärbel Bas stellte die Ziele der SPD im Wahlkampf vor.

WERDOHL -   Die Deutschen werden immer älter, den Kassen der Kommunen, des Landes und des Bundes fehlen die finanziellen Mittel und zu allem Überfluss ist der Beruf der Pflegekräfte alles andere als attraktiv. Keine guten Voraussetzungen, um die Aufgaben, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf die Bevölkerung zukommen, zu meistern. Dass es im Lande einiges zu tun gibt, machte die gastgebende SPD-Bundestagsfraktion am Donnerstag während einer Diskussionsveranstaltung im großen Pfarrsaal St. Michael deutlich.

Dagmar Freitag und Bärbel Bas, Mitglieder des Bundestages, der Landtagsabgeordnete Michael Scheffler sowie Thomas Hecker, Diplom-Pflegewirt (FH), stellten Ideen und Konzepte vor, stellten sich aber auch den Fragen des Publikums.

Die Herausforderungen, vor denen Deutschland stehe, seien nicht zu unterschätzen. Bärbel Bas präsentierte die Fakten, wies darauf hin, dass es aktuell rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland gebe. Der Großteil würde in den eigenen vier Wänden durch Angehörige oder ambulante Pflegedienste versorgt. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich der prozentuale Anteil an pflegebedürftigen Menschen in der Bevölkerung zukünftig drastisch erhöhen. Von 2009 bis 2060 werde sich laut einer Prognose allein die Zahl der an Demenz erkranken Personen auf 2,5 Millionen mehr als verdoppeln, gab Bas an. Die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt steuere 2030 auf die Marke von 3,5 Millionen zu. Diese Fakten nehme die SPD als Basis für grundlegende Veränderung in der Sozial- und Gesundheitspolitik. Die Kosten und Risiken möchten die Sozialdemokraten sozial verträglicher verteilen und rechneten in diesem Zusammenhang mit der schwarz-gelben Regierung ab. Trotz vorliegender Ausarbeitungen sei in der zurückliegenden Legislaturperiode „herzlich wenig“ passiert, warf Bas der Regierung vor. Es gelte, dringend den Pflegebedürftigkeitsbegriff zu reformieren. Weg vom „was kann der Mensch nicht mehr“, hin zu „welche Ressourcen stecken noch in ihm“. Hierzu erläuterte Thomas Hecker, dass das Personal schon längst nach diesem Ansatz ausgebildet werde. Der Alltag in der Pflege sehe aber noch anders aus.

Freitag, Bas und Co träumen nicht nur von einer gerechteren Gesellschaft, sie haben konkrete Vorstellungen, wie diese Ideen umgesetzt werden sollen. Die Bürgerversicherung für den Bereich Pflege wäre eine Lösung, stellten die Abgeordneten einen Ansatz vor. Einkommensabhängig sollen alle Bürger ihren Beitrag leisten, Arbeitgeber und -nehmer beteiligen sich paritätisch an der Finanzierung. Wie gesagt: Deutschland steht vor Herausforderungen und die SPD möchte das heiße Eisen „Pflege“ jetzt

Von Markus Jentzschschmieden.

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