Viele Fragen an den Hodscha

+
Gülcan Kiraz (im Vordergrund) übersetzte den Besuchern die Worte des Hodscha. Kiraz arbeitet als sozialpädagogische Integrationsfachkracht und hatten diesen Besuch organisiert.

WERDOHL - Warum beten Frauen und Männer in der Moschee getrennt voneinander? Und was ist eigentlich die Kernaussage des Koran? Diese und viele weitere Fragen stellten die Schüler der Klasse 8 b gestern Özgür Yalci, dem Hodscha der Moschee an der Neustadtstraße.

Gülcan Kiraz, die an der Hauptschule als sozialpädagogische Integrationskraft arbeitet, hatte diesen interreligiösen Austausch organisiert. Sie begleitete die Schülerinnen und Schüler sowie die Pädagogen Friedrich Luig und Marlies Hilger in die Moschee und fungierte auch als Übersetzerin. Im großen Kreis saßen die Jugendlichen und lauschten den Worten des Vorbeters, der die Gäste zunächst begrüßte und allgemeines zum Islam und Koran berichtete. Dann stellten die Schüler viele – auch sensible – Fragen, die Özgür Yalci bereitwillig beantwortete. Ein großes Thema waren beispielsweise die Anschläge vom 11. September 2001. „In diesem Zuge wird der Islam noch immer in Zusammenhang mit Terrorismus gebracht“, erklärte Gülcan Kiraz. Das, so übersetzte sie den Hodscha, mache ihn unendlich traurig, denn Gewalt sei keineswegs im Sinne des Islam. So erfuhren die Jugendlichen von Gülcan Kiraz, dass das Wort Islam übersetzt „Frieden“ bedeute. Auch Ehrenmorde – ein weiteres Thema, das die Schüler ansprachen – seien nicht im Sinne dieser Religion. „Jedes Mädchen hat natürlich das Recht, frei zu entscheiden, wen es heiraten möchte“, übersetzte Kiraz die Worte des Hodscha.

Die Frage, warum Frauen und Männer in der Moschee getrennt voneinander beten, beantwortete Özgur Yalci ebenfalls: Die Trennung der Geschlechter habe nichts mit der Unterdrückung oder gar dem Wert einer Frau zu tun, sondern diene nur einem Zweck: „Wer in die Moschee kommt, der soll sich auf das Beten konzentrieren können.“ Das jeweils andere Geschlecht könne diese Konzentration stören.

Der Hodscha führte die Jugendlichen nach der Gesprächsrunde durch die Moschee, erklärte die Einrichtungselemente und deren Bedeutung, beispielsweise den Minbar, eine Art Kanzel. Eine weitere Führung erwartet die Achtklässler am 6. Dezember – dann besuchen sie die Kreuzkirche.

Von Carla Witt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion