Viel zu tun auch ohne Schnee

Ein Bauhof-Team ist damit befasst, die Hochbeete in der Innenstadt zu pflegen. Eine Arbeit, die jetzt zügig erledigt werden kann, weil es – noch – einen Winter ohne Schnee und Eis gibt.

WERDOHL - Ein nicht immer währendes aber durchaus öfter wiederkehrendes Szenario: Es ist Winter und es gibt keinen Schnee. Für manchen in Werdohl ist das eine Situation, mit der man sich durchaus – vor allem im Hinblick auf den Berufsverkehr – anfreunden kann. Und auch beim städtischen Baubetriebshof ist das, was wir gegenwärtig witterungsmäßig erleben, eine Zeit zum Durchatmen. Immerhin können jetzt Arbeiten durchgeführt werden, die bei Schnee und Eis und dem damit verbundenen Streu- und Räumdienst aufgeschoben und später dann unter Zeitdruck durchgeführt werden müssen.

Gegenwärtig sind die Bauhof-Mitarbeiter vor allem damit beschäftigt, dringend notwendigen Baum- und Strauchschnitt im Stadtgebiet durchzuführen. Das, so Baubetriebshof-Leiter Uwe Bettelhäuser, „war im vergangenen Jahr wegen des langen Winters nicht möglich“, zumal solche Arbeiten nach der Gesetzeslage bis spätestens 28. Februar abgeschlossen sein müssen. Es gab vielfach also Nachholbedarf. Hinzu kommen Laubreinigungsarbeiten, die im Herbst noch nicht abgeschlossen werden konnten. Bachläufe und Durchflüsse müssen von angeschwemmtem Unterholz befreit und Hochbeete – vor allem in der Innenstadt – wieder in einen optisch ansprechenderen Zustand versetzt werden.

Wenn alle Mann an Bord sind und keiner wegen Krankheit oder Urlaub fehlt, sind immerhin 22 Bauhof-Mitarbeiter im Außendienst tätig. Hinzu kommen noch drei Elektriker. Zeit, es langsam angehen zu lassen, haben sie nicht. Der Fuhrpark muss in Schuss gehalten werden, und neben den schon angesprochenen Aufgabenfeldern „sind wir im Moment auch besonders in die Beschilderung für die Parkschein-Automaten eingebunden“, so der Hinweis Bettelhäusers. Zunächst seien dieser Schilder auf Gummifüße installiert worden; jetzt aber werden sie fest im Boden verankert. Parallel dazu wurde die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt abgenommen und wieder eingelagert, und überall im Stadtgebiet werden Kleinreparaturen durchgeführt. Marode Bordsteine werden ausgetauscht und Schlaglöcher geflickt. Der Straußenausbau im etwas größeren Stil muss hingegen noch etwas warten.

Das alles sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mannschaft des Baubetriebshofes jederzeit in der Lage ist, auch auf einen plötzlichen Wintereinbruch zu reagieren. Bisher waren die Räum- und Streu-Einsätze eher harmlos, aber Uwe Bettelhäuser weiß: „Der Hauptwinter könnte Ende Januar einsetzen und vielleicht sogar bis in den Februar oder Anfang März hineinreichen“. Die Silos auf dem Bauhof-Gelände, in der Solmbecke und auf dem Riesei sind gut gefüllt, der Salz-Vorrat liegt momentan bei rund 170 Tonnen.

Die Einsatzfahrzeuge sind weitgehend noch mit Streuautomaten und zum Teil mit Schiebern bestückt.

Dort, wo das nicht der Fall ist, dauert es gerade einmal 20 Minuten, um auch diese Fahrzeuge für den Winterdienst einsatzbereit zu bekommen. Und für den gilt: Bei einem „normalen“ Streueinsatz rücken die Fahrzeuge und Besatzungen ab 5 Uhr in der Frühe aus, bei Blitzeis und starkem Schneefall schon um 4 Uhr oder gar noch früher. Momentan allerdings geht es an der Plettenberger Straße eher entspannt zu. Dienst von 7 bis 16 Uhr ist angesagt, freitags bis 12.30 Uhr. Wie schnell sich solche „Zeitfenster“ verschieben können, haben die letzten Jahre gezeigt, in denen Überstunden ohne Ende gekloppt wurden.

Von Rainer Kanbach

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