Victoria Loewen: Die neue VHS-Mitarbeiterin im Porträt

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Victoria Loewen (links) verstärkt seit Anfang Juni das Team der Volkshochschule in Werdohl. VHS-Leiterin Barbara Funke freut sich über die neue Kollegin.

Werdohl - „Die wichtigste Information für mich war: Jeder ist ein Sonderfall“, fasst Victoria Loewen ihre ersten Wochen im neuen Job zusammen. Seit Anfang Juni verwaltet die 28-Jährige die Integrationssprachkurse und die Schulabschlusslehrgänge der Volkshochschule (VHS) Lennetal.

Einen knappen Monat lang wurde die Altenaffelnerin von ihrer Vorgängerin Inge Jülich eingearbeitet, bevor diese in den Ruhestand ging. Seit Anfang Juli sitzt Victoria Loewen allein in ihrem Büro. „Ich kann nicht morgens kommen und nach Schema F alles abarbeiten“, hat sie festgestellt. Vor allem die Anmeldungen der Integrationssprachkurse beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sei immer anders. Neben der Frage, ob die angehenden Kursteilnehmer eine Förderung beantragen können, muss Loewen oft auch klären, ob die Interessenten die Fahrtwege bewältigen oder ob sie für die Kurszeiten eine Kinderbetreuung organisieren können. „Das ist ein zentraler Bereich unserer Einrichtung und sehr intensiv in der Verwaltung“, weiß auch VHS-Leiterin Barbara Funke.

Dass sie sich jeden Tag auf neue Menschen und ihre Lebensumstände einstellen muss, ist für ihre neue Mitarbeiterin genau richtig. Nach ihrem Abitur absolvierte Victoria Loewen im Klinikum Hellersen eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Bis sie die Stelle bei der Volkshochschule antrat, arbeitete sie in der Industrie als Vertriebsassistentin. „Das war aber nur als Übergangszeit gedacht, ich wollte das mal ausprobieren“, blickt die 28-Jährige zurück. „Das war aber nicht das Richtige.“ Sie habe einfach zu wenig Kontakt mit Menschen gehabt und sich nur mit Büroarbeit beschäftigt.

Durch einen Bekannten erfuhr sie von der Stellenausschreibung der VHS. „Da dachte ich: Das ist doch genau das, was ich machen will“, freut sich Victoria Loewen darüber, den Kontakt zu den VHS-Schülern mit der Verwaltungstätigkeit verbinden zu können. Auch Barbara Funke freut sich über die neue Kollegin. Mit ihrer Verwaltungsausbildung erfülle Loewen die Grundvoraussetzung, um Sachbearbeiterin bei der VHS zu werden. „Und sie bringt eine besonders gute Kombination mit, weil sie sowohl die öffentliche Verwaltung als auch die Wirtschaft kennt“, sagt die Leiterin der Volkshochschule.

Jetzt sitzt Victoria Loewen jeden Tag in ihrem Büro im VHS-Gebäude an der Brüderstraße und spricht mit Kursteilnehmern und solchen, die es werden wollen. Die Anmeldung zu den Schulabschlusslehrgängen sei ein bisschen einfacher zu organisieren als die zu den Integrationssprachkursen, sagt Barbara Funke. Aber dafür gebe es einen anderen Knackpunkt: „Die Plätze sind begrenzt und sehr begehrt“, sagt die Leiterin. „Da muss man schauen, ob jemand wirklich motiviert ist.“

Für Victoria Loewen ist das kein Problem. „Der erste Eindruck ist unbezahlbar“, sagt die Altenaffelnerin. „Wenn jemand zur Tür reinkommt, merke ich schon, ob der will oder nicht.“ Bei Teilnehmern, die schon einen Abschluss haben und einen höheren anstreben, lohnt auch ein Blick auf das Zeugnis. „Das verrät schon einiges, vor allem wenn Kopfnoten draufstehen.“ Auch zu den Migranten, die Deutsch lernen wollen, hat die 28-Jährige einen guten Draht. Mit denen, die noch gar kein Deutsch sprechen, klappt die Verständigung meist auf Englisch. Viele bringen sich auch einen Dolmetscher mit.

Genauso wichtig wie die Sprache ist für Loewen das Menschliche. „Man muss sich auch mal eine Minute Zeit nehmen und hören, was die Leute auf dem Herzen haben“, sagt die neue VHS-Mitarbeiterin. Sowohl Zuwanderer als auch Interessenten für die Schulabschlusslehrgänge müsse sie manchmal ermutigen und ein bisschen an die Hand nehmen. „Es ist wichtig, jemanden zu unterstützen, wenn er sich schon aufrafft“, sagt sie. Auch während die Kurse laufen, will sie Ansprechpartnerin sein. - Von Constanze Raidt

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