Erneute Bewertung

Viadukt in Werdohl wird doch nicht abgerissen

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Der Eisenbahnviadukt in Ütterlingsen soll jetzt doch nicht abgerissen sondern saniert werden.

Werdohl - Der Ütterlingser Eisenbahn-Viadukt wird saniert. Das teilte ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage unserer Zeitung am Freitag mit. Eigentlich hätte das Bauwerk in den nächsten Jahren abgerissen werden sollen.

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Diese Aussage der Bahn Ende Mai sei aufgrund einer alten Zustandsbewertung getroffen worden, so der Bahn-Sprecher. Jetzt hätten Techniker der Bahn die Lennebrücke erneut in Augenschein genommen und bewertet. Ihr Urteil: „Der Erhalt lohnt sich. Der Bestand kann so saniert werden, dass die Brücke für mehrere Jahre nutzbar ist.“ Angaben der Bahn zufolge soll die Gewölbebrücke ab 2018 eine neue Fahrbahnplatte erhalten. Außerdem seien Maßnahmen zu Ertüchtigung des Gewölbes erforderlich. Diese seien derzeit in der Planungsphase.

Die Meldung, dass die Bahn den Viadukt, der seit 1988 unter Denkmalschutz steht, aus Kostengründen abreissen wolle, hatte bei den Werdohlern einen Sturm der Empörung ausgelöst.  „Es kann nicht sein, dass durch mangelnde oder fehlende Wartung und Pflege der Brücke durch den Eigentümer nun der Abriss mit nachfolgendem Neubau als kostengünstigste Variante propagiert wird“, hatten die Ortsheimatpfleger Heiner Burkhardt, Barbara Funke und Günter Reitz in einer Stellungnahme geschrieben.

Recherchen von Heiner Burkhardt ergaben, dass die Brücke zwischen 1859 und 1861 gebaut worden sein muss. Dass der geschichtsträchtige Viadukt jetzt doch nicht abgerissen werden soll, freut Burkhardt sehr. „Ich bin erfreut über die Wandlung der Bahn. Das sollte uns jetzt motivieren, das Denkmal noch mehr in Szene zu setzen“, sagt Burkhardt.

Er denke dabei an eine Illumination (Anstrahlen) des Viaduktes, eventuell müsse auch der Blick auf die Brücke etwas freigeschnitten werden. Wichtig sei aus Burkhardts Sicht, dass sich die Bahn kurzfristig um die Pflege der Brücke kümmere. Denn: Auf der Rückseite ragt zum Beispiel eine etwa drei Meter hohe Birke aus dem Bauwerk. - von Jana Peuckert

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