Verwaltung will W-Trakt der Realschule verkaufen

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Das Realschulhauptgebäude – der B-Trakt – soll eine eigene Heizungsanlage bekommen.

Werdohl -  „Der W-Trakt der Realschule ist ein Thema für Interessierte.“ Mit dieser Nachricht hat Bürgermeisterin Silvia Voßloh die SPD-Fraktion während der Ratssitzung am Montag überrascht. „Das hätte man uns vorher mitteilen können“, ärgerte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Wershoven.

Von Carla Witt

Anlass für die Mitteilung der Bürgermeisterin war die Diskussion um die zweite Veränderungsliste zum Haushalt 2015. Dort sind 65 000 Euro für den Einbau einer Heizung im B-Trakt der Realschule vorgesehen, sowie 15 000 Euro für die Dachdämmung des B-Traktes. Dafür wurde die bis zu diesem Zeitpunkt favorisierte Umsetzung der Maßnahme Teil 10 des Heizungskonzeptes für die Gesamtschule gestrichen.

Voßloh berichtete, für den so genannten Bangelbau – ein separates Gebäude auf dem Realschulgelände, das aber schon länger nicht mehr genutzt wird – gebe es keine Kaufinteressenten. Anders verhalte es sich mit dem ebenfalls allein stehenden W- (Werkstatt)-Trakt. Damit dieser veräußert werden könne, benötige der W-Trakt ein eigenes Heizsystem, betonte Voßloh. Bisher wird mit der Anlage, die sich im W-Trakt befindet, auch das Schulhauptgebäude – der B-Trakt – beheizt. Würde der W-Trakt verkauft, besäße die Verwaltung keine Heizungsanlage mehr, um den B-Trakt weiterhin zu versorgen.

Wershoven und sein Parteigenosse Jürgen Henke zeigten sich irritiert. Bereits im Hauptausschuss habe die Verwaltung die Veränderungsliste vorgelegt – eine Erklärung, warum plötzlich der Einbau der Heizungsanlage im B-Trakt finanziert werden soll, sei die Bürgermeisterin den Sozialdemokraten schuldig geblieben. Folglich ist auch im Sitzungsprotokoll vermerkt, dass die SPD-Fraktion im Vorfeld der Ratssitzung eine ausführliche Erklärung der Verwaltung erwartet.

Die Sozialdemokraten sahen sich außer Stande, über die Veränderungsliste abzustimmen. Wershoven beantragte eine Sitzungsunterbrechung, um sich mit seiner Fraktion zu beraten. Bei der dann folgenden Abstimmung votierte die SPD geschlossen gegen die beiden Punkte der Veränderungsliste.

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