Versuchter Mord: Werdohler soll anderen Mann angefahren haben

Werdohl/Hagen - Ein 27-jähriger Werdohler steht am Montag wegen versuchten Mordes vor dem Hagener Schwurgericht.

Der laut Angaben der Pressestelle des Hagener Landgerichts erheblich vorbestrafte Inhaber einer Werdohler Autowerkstatt soll in diesem Sommer auf der Straße Altes Dorf in Werdohl einen anderen Mann in Tötungsabsicht mit dem Auto angefahren haben. 

Der 27-Jährige sei vorwiegend wegen verschiedener Körperverletzungs- und Straßenverkehrsdelikte auffällig geworden, teilt das Landgericht mit. Demnach wurde er zuletzt im April 2015 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er stehe derzeit noch unter laufender Bewährung.

Vorwurf der Tötungsabsicht

Ihm wird von der Staatsanwaltschaft Hagen vorgeworfen, in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. Juli gegen 3.30 Uhr mit seinem Mercedes „in Tötungsabsicht auf einen Zeugen zugefahren zu sein und diesen erheblich verletzt“ zu haben. Hinzu kommt laut Staatsanwaltschaft, dass er gar keine gültige Fahrerlaubnis hatte. 

Beide Männer hatten offenbar das Werdohler Schützenfest besucht und waren dort in Streit geraten. Mit dem Verschwinden des Angeklagten soll der Streit zunächst vorläufig geendet haben. Anschließend soll sich der Angeklagte gemeinsam mit einem weiteren Zeugen zu seinem Fahrzeug begeben haben. 

Mann stand mit Rücken zum Auto

Der Angeklagte sei daraufhin mit seinem Auto auf sein Opfer zugefahren, dieser Mann befand sich in Begleitung mehrere anderer Männer und habe bei dem ersten Angriff mit dem Rücken zum fahrenden Auto gestanden. 

Die ihm vorgeworfene Straftat beschreibt die Staatsanwaltschaft so: „Als dieser sich umdrehte, soll der Angeklagte das Fahrzeug beschleunigt und in Richtung des Geschädigten gelenkt haben. Zunächst soll er ihm über den Fuß gefahren sein. Nach einem Wendemanöver soll der Angeklagte erneut mit hoher Geschwindigkeit auf den Geschädigten zugefahren sein. 

Dieser soll hochgesprungen sein, um gravierende Verletzungen an seinen Schienbeinen zu vermeiden. Dabei soll er auf die Motorhaube gehoben und seitlich abgeladen worden sein. Sein Fuß soll die Windschutzscheibe durch-schlagen haben, wobei er einen Schuh im Innenraum des Fahrzeugs verloren haben soll. Der Geschädigte soll einen Bruch der Kniescheibe und eine Verletzung des Knorpels erlitten haben.“ 

Prozess beginnt am Montag

Von dem Vorfall hatte die Polizei damals erst Tage danach auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet. Damals hieß es lediglich, ein 25-jähriger Mann sei von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden.

Der öffentliche Prozess beginnt am Montag um 14 Uhr vor dem Schwurgericht im Hagener Landgericht, Saal 201. Der Prozess soll am 24. Januar fortgesetzt werden.

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Rubriklistenbild: © dpa-avis

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