Versuchter Mord: Werdohler angeklagt

Werdohl - Ein 37-jähriger Mann aus Werdohl ist vor dem Wuppertaler Landgericht wegen versuchten Mordes angeklagt. Bislang schweigt er zu den Vorwürfen, er wird wegen der Schwere des Deliktes aus der Untersuchungshaft dem Schwurgericht vorgeführt.

Laut Anklage soll der Werdohler seine von im getrennt lebende Frau richtiggehend verfolgt haben. Mit der Trennung sei er nicht einverstanden gewesen, er sei „wütend“ und „zornig“ gewesen, so zitiert Pressesprecherin Richterin Kerstin Planken die Anklageschrift. Mehrfach soll er gedroht haben, seiner Ex-Frau etwas anzutun. Die genaue Adresse seiner früheren Partnerin soll ihm nach der Trennung nicht bekannt gewesen sein.

Am 4. Juni vergangenen Jahres habe er der später Geschädigten beim Joggen in einem Park in Remscheid aufgelauert. Er habe eine Halbliter-Plastikflasche mit Benzin dabeigehabt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, der der 37-Jährige plante, seine Ex-Frau damit zu übergießen und anzuzünden. Der Werdohler sei also hinter seiner Ex-Frau hergelaufen und habe „aus dem Laufen heraus“ versucht, die Joggerin mit dem mitgebrachten Benzin zu übergießen. Dann habe er versucht, sie festzuhalten, sie habe sich aber losreißen können.

Letztlich sei der Frau körperlich nichts passiert, so Richterin Planken auf Nachfrage unserer Redaktion. Ein zufällig vorbeikommender Mann habe mit seinen Nordic-Walkings-Stöcken so eingegriffen, dass die Frau weglaufen und sich in Sicherheit bringen konnte. Bei solchen Kapitalverbrechen wie einem versuchten Mord sei es durchaus üblich, Angeklagte in Untersuchungshaft zu nehmen. Eine mögliche Fluchtgefahr sei ein häufiger Grund für die Anordnung von U-Haft, sagte Richterin Planken.

Bei der Prozesseröffnung vergangenen Freitag in Wuppertal vor dem Vorsitzenden Richter Robert Bertling habe der Angeklagte sich in keiner Weise eingelassen, zitiert Richterin Planken das Protokoll: „Er hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.“ Die ebenfalls 37-jährige Geschädigte wird als Zeugin gehört. Der Prozess wird am 3. Februar fortgesetzt, weitere Termine sind für den 17., 19. und 26. Februar angesetzt. - Von Volker Heyn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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