So versuchen Werdohler Waldbauern das Schlimmste abzuwenden

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Der FBG-Vorsitzende Achim Noelle berichtet vom weiteren Preisverfall für Fichtenholz. Unterm Strich blieben den Waldbesitzern nur noch 10 Euro pro Festmeter.

Werdohl  - Die Situation der Waldbauern spitzt sich zu – auch in der Forstbetriebsgemeinschaft Werdohl-Ohle. Die 72 Waldbesitzer erhalten jetzt Zuschüsse, damit sie das vom Borkenkäfer gefallene Holz überhaupt aus dem Wald holen können.

11.600 Euro hat die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Werdohl-Ohle aus Landesmitteln erhalten, um das von Borkenkäfern befallene Holz aufarbeiten zu können. FBG-Vorsitzender Achim Noelle ist zwar froh, dass die Landesmittel im August geflossen sind – dennoch spitze sich die Situation für die heimischen Waldbauern immer weiter zu.

Hilfe von Bund und Land

Die finanzielle Hilfe stamme aus Landes- und Bundesmitteln, erläutert Markus Gumpricht vom Regionalforstamt Märkisches Sauerlandes. „Das Geld soll dazu verwendet werden, befallenes Holz möglichst schnell aus dem Wald zu holen“, stellt er fest. Bis Ende Oktober habe die FBG Werdohl-Ohle jetzt Zeit, den Verwendungsnachweis einzureichen.

Sägewerke nehmen kein Holz mehr an

Bisher, so berichtet Gumpricht weiter, seien im Märkischen Kreis Fördermittel in Höhe von insgesamt circa 810.000 Euro geflossen. Noch können Waldbesitzer Hilfe erbitten: „Wir bemühen uns natürlich, alle Anträge zeitnah zu bearbeiten,“ verspricht Gumpricht.

Parallel dazu versuchen die heimischen Waldbauern das Borkenkäferholz loszuwerden. Das sei aber zunehmend schwieriger, stellt Achim Noelle fest: „Die heimischen Sägewerke können kaum noch etwas annehmen, die sind voll.“

Deshalb habe sich die heimische FBG jetzt auch zum Export von Fichtenholz entschlossen: „Wir arbeiten daran, das Holz nach China zu verkaufen.“ Das sei dann aber voraussichtlich mit weiteren finanziellen Einbußen für die Waldbauern verbunden.

Katastrophaler Preisverfall

Dabei sei der Preisverfall schon jetzt katastrophal: Im Sommer 2018 gab es für den Festmeter Fichte noch 95 Euro, im Januar dieses Jahres waren es noch 50 Euro – aktuell sei der Preis sogar auf 45 Euro gesunken. „Da bleiben gerade noch 10 Euro pro Festmeter für den Waldbesitzer übrig“, bilanziert Noelle.

Und welches Ausmaß die Borkenkäfer-Schäden im heimischen Wald tatsächlich haben, sei immer noch nicht absehbar. Jetzt hoffen die Waldbauern nach einem viel zu trockenen Sommer auf einen regenreichen Herbst und Winter. Denn nur wenn es ordentlich regne, gehe es den Schädlingen wirklich an den Kragen: „Kälte macht dem Borkenkäfer nichts aus. Er muss praktisch ersaufen“, stellte Achim Noelle fest.

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