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Gute Neujahrswünsche an der Haustür

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Von: Ilka Kremer

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Die Tradition will es auch, dass nach dem Gesang die Kehle geschmiert wird. Für Getränke sorgen diejenigen, die von den Silvestersängern besucht werden.
Rund 20 Männer im Alter von Ende 20 bis weit über 80 Jahre waren am letzten Tag des Jahres als Silvestersänger im oberen Versetal unterwegs. © Kremer, Ilka

Die Versetaler Silvestersänger sangen am letzten Tag des alten Jahres an zahlreichen Haustüren. „So will es die Tradition“, erklärt Manfred Kehr, einer der Sänger, die sich jedes Jahr an Silvester im oberen Versetal auf diese Weise für die Nachbarschaft engagieren.

Werdohl – „Das alte Jahr vergangen ist. Wir danken dir, Herr Jesus Christ, dass du in mancherlei Gefahr uns behütet hast auch dieses Jahr. Guten Abend in diesem Haus. Wir wünschen euch, euch wünschen wir, ein glückseliges neues Jahr. Prost Neujahr!“ Diese Strophe singen die Versetaler Silvestersänger am letzten Tag des alten Jahres an zahlreichen Haustüren.

„So will es die Tradition“, erklärt Manfred Kehr, einer der Sänger, die sich jedes Jahr an Silvester im oberen Versetal auf diese Weise für die Nachbarschaft engagieren. „Mittlerweile ist die Tradition fast 145 Jahre alt“, sagt er voller Stolz. Die Männer mögen diesen Brauch, sie ziehen von Haus zu Haus, um den Menschen das alte Jahr ab- und das neue Jahr anzukündigen.

Die Tradition will es auch, dass nach dem Gesang die Kehle geschmiert wird. Für Getränke sorgen diejenigen, die von den Silvestersängern besucht werden.
Die Tradition will es auch, dass nach dem Gesang die Kehle geschmiert wird. Für Getränke sorgen diejenigen, die von den Silvestersängern besucht werden. © Kremer, Ilka

Mit dabei sind rund 20 Männer im Alter von Ende 20 bis weit über 80 Jahre. „Wir klingeln an jeder Tür“, so Kehr. Und damit das nicht die ganze Silvesternacht dauert, teilen sich die Sänger in Gruppen auf, bevor sie sich auf den Weg nach Oberbor-becke, Borbecke, Fischersverse, Bärenstein, Rotenhohl, und Altenmühle machen.

„Die Leute warten schon auf uns und wir freuen uns, wenn sie sich freuen.“ Während der Gründerzeit waren die Silvestersänger schon mal bis kurz vor oder auch weit nach Mitternacht unterwegs, am Samstag aber sind sie bereits gegen 19 Uhr wieder zu Hause. „So kann jeder mit seiner Familie ins neue Jahr hineinfeiern“, verdeutlicht Manfred Kehr.

Er hofft, dass diese Tradition noch viele weitere Jahre fortgeführt wird. „Denn sie gehört einfach zu den Menschen im oberen Versetal.“

Johannes Bock (35) und Alex Lel (38) sind zum ersten Mal dabei. „Mein Cousin, mein Onkel, Arbeitskollegen und Freunde singen schon länger mit. Ich wollte auch dabei sein, damit diese Tradition weiterlebt. Und ich muss sagen: Ich finde es toll“, berichtet Johannes. Gesungen haben beide das letzte Mal wohl in der Schule.

„Wir wünschen euch, euch wünschen wir, ein glückseliges neues Jahr. Prost Neujahr!“, singen die Sänger an jeder Haustür.
„Wir wünschen euch, euch wünschen wir, ein glückseliges neues Jahr. Prost Neujahr!“, singen die Sänger an jeder Haustür. © Kremer, Ilka

„Aber das kriegen wir hin“, sagt Alex, „es ist nur eine Strophe und die erfahrenen Sänger sind ja dabei.“ Dass alle den richtigen Text singen, dafür sorgt Antje Klittich, die zur Erinnerung die Zeilen mit allen in der WhatsApp-Gruppe teilt. Sie selbst singt nicht mit, kümmert sich aber um Organisatorisches, um die Männer zu unterstützen.

Diese Silvestersänger-Aktion hat aber auch einen anderen Zweck: Die Sänger werben an den Haustüren für den ebenfalls traditionellen Wurstrummel, der am 14. Januar im Versetaler Schützenheim stattfindet, und bitten um Geldspenden. Alle sind dazu eingeladen. „Jeder gibt, soviel er mag und kann“, so Kehr.

Wer sich zu diesem gemütlichen Beisammensein anmeldet, darf sich auf etliche Kilogramm Mettwürstchen mit Sauerkraut, weißen Bohnen und Kartoffeln freuen. Zudem gibt es eine Verlosung, bei der es attraktive Preise zu gewinnen gibt. Organisiert wird der Abend von den Versetaler Silvestersängern und ihren Partnerinnen.

Organisatorin Antje Klittich geht mit Johannes (r.) und Alex, die zum ersten Mal dabei sind, nochmal den Text durch.
Organisatorin Antje Klittich geht mit Johannes (r.) und Alex, die zum ersten Mal dabei sind, nochmal den Text durch. © Kremer

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