Münsterländer Vögel gelandet

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Der amtierende (2. v. l.) und ehemalige Versetaler Schützenkönige präsentierten am Samstagabend die neuen Vögel.

Werdohl - Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des 1950 gegründeten Versetaler Schützenvereins ist vor dem Fest kein Heroldswagen herumgefahren, um das Schützenfest einzutrommeln. 2004 wurde diese Tradition einmal ausgesetzt. Auch am Samstag wurde nun – nachdem die Musik aus Krankheitsgründen passen musste (wir berichteten) – die Fahrt durch die Gemeinde mit dem Heroldswagen abgesagt.

Der amtierende Schützenkönig Arif Sabanci wurde dennoch standesgemäß abgeholt. „Um 18.20 Uhr klingelten der Fahnenoffizier, die Regenten der Jungschützen, der Adjutant und der stellvertretende Oberst bei mir“, berichtet der Noch-Regent. „Wir haben dann jeder ein Bier getrunken und sind danach hinüber zum Vereinsheim marschiert.“ Seine Mitregentin und Gattin musste erkrankt passen.

„Die Vögel hatten keine lange Anreise“, flachste Oberst Frank Herber. Die beiden hölzernen Aare hatte König Arif mitgebracht. Und der wohnt Altenmühle 6, im Haus das direkt an der Einfahrt zum Vereinsgelände der Versetaler Schützen steht.

Allerdings hatten die gefiederten Kollegen zuvor schon eine Reise vom münsterländischen Havixbeck hinter sich gebracht. Dort – im Kreis Coesfeld – wurden die Vögel von einem Rentner in seiner heimischen Werkstatt erstellt, verriet der Versetaler Schützen-Chef Herber. „Aber jetzt sind sie hier und putzmunter“, freute sich der Vereinsvorsitzende schon auf das bevorstehende Fest.

Unterdessen grübelte König Arif schon, auf welche Namen er die beiden Aare taufen sollte. Er überlegte laut: „Harald und Eberhard? David und Goliath? Sodom und Gomorrah?“ Ex-König Bastian Häring fuhr dazwischen: „Hör auf, im Versetal haben die Vögeln nie Namen.“ Sabanci grinste. Er hatte nur gescherzt.

Die beiden Vögel werden nun in den Blumenläden Winter und Fromm ausgestellt. Herber ist gespannt: „Die hölzernen Federviecher haben eine für uns ganz neue Konstruktion. Wie lange die den Schüssen standhalten, das wissen wir auch noch nicht.“

Derweil teilt Häring – 2. Vorsitzender des Versetaler Schützenvereins – mit: „Leider muss der Feldgottesdienst am Schützenfestsamstag von 14 bis 15 Uhr auch ausfallen.“ Warum es am Samstag, 10. Juni, keinen Gottesdienst geben wird, erläuterte Häring dann auch: „Alle Pastöre haben uns abgesagt. Es ist evangelischer Kirchentag und auch der katholische Pfarrer hatte keine Zeit.“

Und so wird das 58. Versetaler Schützenfest mit seinem ungewohnten Ablauf in die Vereins-Historie einziehen. Das steht jetzt schon fest. Bis zum Jahr 1998 wurde im Versetal stets jährlich ein neuer Schützenkönig ausgeschossen. Seither feiern die Schützen im Versetal nur noch alle zwei Jahre. 2001 kam noch ein Kaiserschießen hinzu. Und am 10. Juni gibt es dann ein neues Regentenpaar – die Nachfolger von Arif Sabanci und seiner Frau Christina Sabanci-Henkes.

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