Knobeln bei den Schützen: Die Jagd nach der Augenzahl vereint

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Heinz Bendick (von links), Klaus Röther, Georg Heeger und Lothar Drewek sind Teil der Knobelrunde, die sich immer freitags trifft.

Werdohl - Als vor vier Jahren der Versetaler Schützenverein seine vier Züge auflöste, kam bei den Schützen die Frage auf: „Was machen wir denn jetzt mit dem Vereinsheim Bärenstein?“ 

Eine Lösung war schnell gefunden: Die Schützenbrüder und manchmal auch -schwestern aller vormaligen Züge kommen seither an jedem Freitag ab 19 Uhr in Bärenstein zum Würfeln zusammen.

„Willkommen ist aber jeder, auch Nichtmitglieder des Vereins“, betont Klaus Röther, dass es dann nicht ums Schützenwesen geht. Wobei der Spielabend dann aber doch ausfällt, wenn der Versetaler Schützenverein eine Veranstaltung im Vereinsheim Altenmühle hat.

Der Knobelabend läuft meist gleich ab: „Die erste Stunde stehen eigentlich alle im hinteren Bereich des Vereinsheims um die Theke herum.“ Dort tauschen sie erst einmal die Neuigkeiten der vergangenen Tage aus, fachsimpeln über Fußball und, wer Geburtstag hatte, gibt eine Runde. 

Am Zapfhahn steht meist Klaus Röther, der schmunzelnd feststellt: „Wir erzählen eine Weile dummes Zeug, dann geht es los.“ Das heißt: Die in der Regel fünf bis 15 spielwilligen Versetaler gehen an die Tische im vorderen Bereich des Vereinsheims und beginnen mit dem Spielen. Brettspiele und Karten kommen bei ihnen aber nicht auf den Tisch. 

„Bei uns wird immer nur geknobelt“, versichert Röther, dass hier alle den Würfeln treu sind und bleiben. Im Hintergrund läuft Musik aus dem Radio. Zum Bier gesellt sich auch schon mal ein Schnäpschen. „Und dann geht das natürlich manchmal richtig zur Sache“, plaudert Röther aus dem Nähkästchen, „denn wer verliert, der zahlt die Getränke für alle.“ 

Sein Mitknobler Georg Heeger lässt mit ironischem Unterton durchblicken, dass der Ton, der beim Spielen herrscht, schon etwas rauer ist: „Die Sprüche, die kommen, sind immer ehrlich“, sagt er und lacht. Röther grinst. Heeger unterstreicht: „Das ist manchmal auch etwas stressig, aber meistens lustig.“ Die Jagd nach der Augenzahl auf den Würfeln vereint die Generationen. 

„Die jüngsten Teilnehmer sind Anfang 40, die ältesten Ende 80“, weiß Röther zu berichten. Das Knobeln schafft Zusammenhalt. „Manchmal setzen wir uns auch an anderen Tagen hier in Bärenstein zusammen und machen einfach einen gemütlichen Abend“, verrät Röther. Ausflüge hätten sie noch keine gemeinsam gemacht, „aber wenn wir es in den Kopf kriegen, legen wir spontan auch mal ein paar Würstchen auf den Grill“. Nach drei bis vier Stunden ist der Abend „normalerweise“ vorüber.

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