Wegen Höhenweg-Sperrung

Chaos auf der B229: Das Versetal wird täglich zum Stautal

+
Bis nach Augustenthal reichte in dieser Woche zeitweise der Rückstau der Autos, die an der Ampel in Bärenstein warteten. Das sind drei Kilometer – ein Fahrer berichtet von knapp 190 Fahrzeugen, die in der Schlange standen.

Werdohl – Ganz viel Durchhaltevermögen müssen derzeit die Autofahrer beweisen, die von Werdohl in Richtung Lüdenscheid oder umgekehrt fahren wollen.

Die Vollsperrung des Höhenwegs, gepaart mit der Ampelschaltung an der Gasbaustelle auf der Bundesstraße 229 in Bärenstein, hat drastische Auswirkungen auf den Berufsverkehr. Zu den Stoßzeiten gibt es kilometerlange Staus, morgens in Fahrtrichtung Lüdenscheid, nachmittags in Richtung Werdohl. 

Eine Situation, die die Stadt Werdohl bedauert, jedoch kaum beeinflussen kann, wie Andreas Haubrichs jetzt erklärte. In einem Brief wandte sich der Wirtschaftsförderer an die Unternehmen in Werdohl, um ihnen die Situation zu erklären und auch die Rolle der Stadt darzustellen. 

Rund 240 Unternehmen angeschrieben

„Als die Stadt Werdohl Anfang des Jahres die Baumaßnahme der Firma Westnetz zur dringlichen Erneuerung der Gasleitung im Bereich der B 229 genehmigt hat, bestand keine Kenntnis über die Absicht des Landesbetriebs Straßen.NRW in diesem Sommer die Baumaßnahme auf dem Höhenweg unter Vollsperrung durchführen zu wollen“, erklärt Haubrichs gegenüber den Firmen. Rund 240 Unternehmen hat er postalisch angeschrieben. 

Er erläutert, dass die Stadt nicht auf allen Straßen über die Durchführung von Baumaßnahmen entscheiden könne. Die Bundes- und Landesstraßen fallen nämlich in den Zuständigkeitsbereich von Straßen.NRW. Den Wunsch, die Baumaßnahmen am Höhenweg zu verschieben, habe der Landesbetrieb ausgeschlagen, so Haubrichs. 

In Absprache mit Westnetz eine Baustelle geräumt

Mit der Firma Westnetz wurden indes Absprachen getroffen und eine von zwei Baustellen auf der B 229 geräumt. Aber auch mit nur einer Baustelle sind die Verzögerungen für Verkehrsteilnehmer immens. Von knapp 190 in der Schlange wartenden Fahrzeugen berichtete ein Autofahrer gegenüber der Redaktion. 45 Minuten habe sein Weg von Altena nach Werdohl gedauert. Auch die B 236 als direkte Verbinddungsstraße ist wegen Arbeiten an einer Gasleitung gesperrt, die Umleitung führt durch das Versetal. 

In Bärenstein liegt die Gasbaustelle der Firma Westnetz. Die dortige Ampelschaltung sorgt in Kombination mit der Sperrung des Höhenwegs für lange Wartezeiten.

Andreas Haubrichs hat Verständnis für den Ärger der Autofahrer. „Es ist unglücklich gelaufen – aber wir als Stadt können leider nicht mehr tun, um die Situation positiv zu beeinflussen.“ Nach einem „ereignisreichen August“, sei aber das Ende nah: Denn der Höhenweg ist nur bis Mitte August dicht, die B 236 soll am 8. September wieder befahrbar sein. 

Hitzblech-Mitarbeiter täglich betroffen

Darüber wird sich auch Winfried Hagen freuen. Der Geschäftsführer der Firma Hitzblech, die an der B 229 liegt, beobachtet das Baustellengeschehen kritisch. Seine Mitarbeiter fahren täglich in Richtung Autobahn und in Richtung Meschede. Beides ist jetzt nur mit massiven Einschränkungen möglich: Nach Meschede muss Hitzblech über Neuenrade fahren, weil der Weg über die B 236 zu ist, zur Autobahn 45 eben durch das Versetal. „Wir haben uns langsam daran gewöhnt“, sagt Winfried Hagen und meint die Wartezeiten, die es bereits während der Stützmauersanierung in Eveking rund eineinhalb Jahre bis in den Juni hinein gab. Jetzt ist bei Hagen und seinen Mitarbeitern im Stau vor der Baustellenampel täglich erneut Geduld gefragt. „Es nutzt nichts sich aufzuregen, auch wenn die Situation ärgerlich ist und uns Zeit und Geld kostet“, stellt Hagen nüchtern fest. 

Morgens kann er von seinem Firmengelände den Rückstau aus Bärenstein sehen, der auf der Bundesstraße bis zur Höhe seiner Firma zurückreicht. Das entspricht knapp zwei Kilometern. In Richtung Lüdenscheid reicht die Schlange am Nachmittag sogar bis nach Augustenthal – drei Kilometer. 

Ampelschaltung soll angepasst werden

Für die Stoßzeiten soll die Ampelschaltung an der Bärenstein-Baustelle angepasst werden – verhindert werden können Wartezeiten so aber nicht, sondern höchstens verkürzt. Jetzt heißt es: Zähne zusammenbeißen bis der Baustellen-Spuk in und rund um Werdohl und das Versetal vorüber ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare