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Versetal: Darum dauern die Arbeiten wahrscheinlich länger

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Von: Carla Witt, Volker Griese

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Das war eigentlich so nicht geplant: Weil der Untergrund nicht tragfähig genug ist, muss der Straßenraum im Versetal tiefer ausgekoffert und mit Schotter und Straßenbauvlies stabilisiert werden.
Das war eigentlich so nicht geplant: Weil der Untergrund nicht tragfähig genug ist, muss der Straßenraum im Versetal tiefer ausgekoffert und mit Schotter und Straßenbauvlies stabilisiert werden. © Volker Griese

Seit knapp einer Woche laufen die Arbeiten zur Sanierung der Bundesstraße 229 durch das Versetal. Bis zum 9. August sollen die Fahrbahnsanierung und Verlegung von Versorgungsleitungen abgeschlossen sein. Jetzt sind aber Probleme aufgetaucht.

Werdohl/Lüdenscheid ‒ „Natürlich ist die ganze Sache ein Riesenumstand. Aber die Straße ist an einigen Stellen eben total kaputt, und das muss gemacht werden“, unterstreicht Michael Schmidt. Auch nach dem Beginn der Baumaßnahme an der B 229 im Versetal zeigt sich der Geschäftsführer der Spedition Haaf STS weiterhin verständnisvoll.

Dabei ist das Unternehmen mit Sitz in Bärenstein durch die Maßnahme stark beeinträchtigt. Die Bundesstraße ist direkt vor dem Firmengelände so marode, dass die Fahrbahn komplett neu aufgebaut werden muss. Zum Glück verfügt die Spedition über zwei Zufahrten, sodass das Gelände jeweils von einer Seite erreichbar ist. „Momentan können wir nur von der Werdohler Seite aus ein- und ausfahren“, berichtet Schmidt.

So könnten die Lastwagen die Kunden in Plettenberg, für die Haaf STS regelmäßige Versorgungsfahrten unternehme, noch problemlos erreichen. „Für uns ist das etwas einfacher“, sagt Schmidt. Doch das werde sich wohl voraussichtlich Mitte der kommenden Woche ändern. Dann, so laute die vorläufige Planung des ausführenden Bauunternehmens Ossenberg, sei das Firmengelände nur noch von und in Richtung Lüdenscheid erreichbar.

Doch nicht nur die Haaf-Lkw selbst müssen Umwege in Kauf nehmen – auch der Anlieferverkehr der Spedition ist beeinträchtigt. „Unserer Unternehmer wissen Bescheid, es muss eben für alles mehr Zeit eingeplant werden“, sagt Michael Schmidt.

Dennoch verläuft die Baumaßnahme aus seiner Sicht optimal. „Die Absprache mit der Firma Ossenberg klappt ganz hervorragend“, lobt der Geschäftsführer der Spedition das Unternehmen aus dem benachbarten Neuenrade. Er ist überzeugt: „Mit einer fremden Firma wäre alles sehr viel schwieriger und wir hätten mehr Probleme. Aber man kennt sich, das macht viel aus.“

Auch für das Arbeitstempo der Beschäftigten findet Schmidt anerkennende Worte. Er könne sich gut vorstellen, dass die Vollsperrung keine sechs Wochen bestehen müsse. „Man hat mir gesagt, dass man schneller fertig werden kann – vorausgesetzt, es gibt keine bösen Überraschungen.“

Das möchte Thorsten Wolff, Geschäftsführer des Bauunternehmens Ossenberg, so nicht bestätigen. Auf Baustellen wie dieser sei man vor Unwägbarkeiten, die die Ausführung verzögern, nicht gefeit, gibt er zu bedenken. Die ersten Überraschungen in Form von Kopfsteinpflaster und Bahnschwellen – wahrscheinlich noch von der Kreis Altenaer Eisenbahn („Schnurre“), die bis 1955 im Versetal verkehrte – habe es schon gegeben. Ossenberg habe deshalb das Personal auf der Baustelle auch schon verstärkt.

Und dann hat sich nach Beginn der Bauarbeiten noch herausgestellt, dass der Untergrund nicht so tragfähig ist wie erhofft. Das hat Andreas Berg, Pressesprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW, am Donnerstag auf Nachfrage bestätigt. Deshalb müsse nun tiefer ausgekoffert werden. „Die Arbeiten werden dadurch wohl eine Woche länger dauern“, prognostizierte Berg.

Ärger gibt es im Versetal immer wieder mit Autofahrern, die trotz der Sperrung bis zur eigentlichen Baustelle fahren. „Das sind jeden Tag einige, auch Ortskundige“, hat Haaf-Geschäftsführer Schmidt beobachtet. „Sie wollen einfach nicht verstehen, dass sie hier nicht durchfahren können und dürfen“, kritisiert er und stellt fest: „Das Schlimmste ist, dass sie auch die Bauarbeiter gefährden.“

Das wiederum sieht Ossenberg-Geschäftsführer Wolff nicht so dramatisch. „Es ist wie auf jeder Baustelle: Es gibt diese Leute, die entweder keine Schilder lesen können oder ganz einfach dreist sind und an den Absperrungen vorbeifahren“, sagt er und beklagt, dass der gesellschaftliche Respekt vor den Bauarbeiten verloren gegangen sei. Das erlebten seine Mitarbeiter auch im Versetal praktisch täglich. Wirkliche Gefährdungen der Arbeiter durch Fahrzeuge, die in den Baustellenbereich hineingefahren seien, habe es aber bis jetzt – zum Glück – noch nicht gegeben.

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