Verse soll sich weiterhin naturnah entwickeln

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Die Wehranlage der Verse in Höhe des Carl-Borbeck-Weges. Sie soll laut Zeitplan 2015 entfernt werden – unter der Voraussetzung, dass die Firma EZM zustimmt. ▪

WERDOHL ▪ Einstimmig hatte der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Beschlussempfehlung für den Rat ausgesprochen, die Verse bis zur Stadtgrenze nach Lüdenscheid weiter naturnah zu entwickeln. Der Rat wird sich mit diesem Thema am 27. September befassen, nachdem zwei Wochen zuvor der Hauptausschuss diesen Punkt zur Beratung vorgelegt bekommen hat.

Der Maßnahmenkatalog, der zu einer Durchgängigkeit der Verse von Versevörde bis Fischersverse führen soll, ist auf einen Zeitraum bis zum Jahr 2015 gestreckt. Einige wenige Projekte sollen in den Folgejahren in Angriff genommen werden. Voraussetzung für die Realisierung insgesamt ist jedoch, dass die finanzielle Unterstützung des Landes auch künftig gewährt wird. Immerhin geht es hier um ein – laut Kostenschätzung der Stadt – Investitionspaket von annähernd 670 000 Euro.

Umgesetzt werden soll die von der Europäischen Union herausgegebene Wasserrahmenrichtlinie, in der grundsätzlich das Ziel vorgegeben ist, einen „guten, ökologischen und chemischen Zustand“ für alle Gewässer zu erreichen und dauerhaft zu erhalten. Die Gewässer sollen wieder zu Lebensadern der Natur werden. Lebendige Gewässer, so heißt es da, stärken auch die Identifikation der Menschen mit ihrer Umgebung und führen zu einer Erhöhung der Lebensqualität.

Seit geraumer Zeit schon sind sowohl die Untere Wasserbehörde (Kreis), als auch die Stadt Werdohl bemüht, die Verse in Teilbereichen durchgängig und naturnah zu entwickeln – und auf diesen Bach sollen sich in Anbetracht der städtischen Finanzlage auch die weiteren Maßnahmen konzentrieren, um Fischen und anderen Wasserlebewesen die Verse „passierbar“ zu gestalten.

Zwischen Mühlenweg und Fischersverse geht es dabei um die Beseitigung teilweise hoher Querbauwerke (zehn an der Zahl) und die Umwandlung in sogenannte raue Gleiten.

In zwei Fällen sollen die rauen Sohlgleiten mit Schlitzpass versehen werden – einmal in Höhe Blechhammer und am Carl-Borbeck-Weg. Beide Maßnahmen sind nach den vorliegenden, aus 2009 stammenden Zahlen besonders kostenintensiv. In Blechhammer wird von 170 000 und in der Borbecke von 253 000 Euro ausgegangen, wobei das zweite Projekt erst 2015 an der Reihe wäre.

Betrachtet man alle Objekte, die auf der Liste stehen, geht es vielfach um die Beseitigung von Ufermauern, um die Profilierung von Uferzonen, die Entfernung bachnaher Bäume, die Aufweitung des Gewässerlaufes (etwa am Schützenplatz Altenmühle), Schaffung flacher Kiesufer, Abflachungen der Ufer, Anlage von Auengewässern und die Erhöhung der Strömungsdiversität.

Um das alles auf die Reihe zu bekommen, sind noch Grunderwerbdetails zu klären und im Einzelnen Kostenträger zu definieren. ▪ -ka

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