1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

„Krass, was in der Gesellschaft passiert“

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Franziska Lähn (l.) und Jean Christoph Keil (r.) waren beeindruckt, wie intensiv sich die Jugendlichen während des Workshops beteiligten.
Franziska Lähn (l.) und Jean Christoph Keil (r.) waren beeindruckt, wie intensiv sich die Jugendlichen während des Workshops beteiligten. © Witt

Wie geht man mit Verschwörungstheorien um? Und vor allem mit Bekannten, Mitschülern oder Freunden, die versuchen, ihre Gesprächspartner davon zu überzeugen?

Werdohl ‒ Mit diesen und vielen anderen Fragen rund um das Thema „Verschwörungsmythen“ haben sich die Zehntklässler der Albert-Einstein-Gesamtschule intensiv auseinandergesetzt.

„Dunkle Mächte“ im Parktheater

Als Jean Christoph Keil, er unterrichtet Philosophie, Biologie sowie Darstellen und Gestalten an der Albert-Einstein-Gesamtschule, die Beschreibung zum Stück „Dunkle Mächte“ gelesen hatte, war für ihn klar: „Wir müssen zum Parktheater Iserlohn fahren.“ Und nicht nur das: Gemeinsam mit Franziska Lähn, Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Politik, organisierte Keil ein fächerübergreifendes Projekt, in dessen Mittelpunkt der Umgang mit Verschwörungstheorien steht. „Es ist schon krass, was in unserer Gesellschaft passiert. Deshalb ist es so wichtig, dass wir über dieses Thema reden“, unterstreicht Jean Christoph Keil. „Zumal viele Jugendliche sehr unkritisch mit Nachrichten umgehen, die zum Beispiel in den sozialen Netzwerken verbreitet werden“, ergänzt Franziska Lähn.

Förderverein unterstützt das Projekt

Mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins der Gesamtschule, der spontan 500 Euro besteuerte, fuhren die 95 Zehntklässler in der vergangenen Woche mit dem Zug nach Iserlohn, um sich dort die Aufführung des Westfälischen Landestheaters anzusehen. „Dunkle Mächte“ feierte im Dezember 2021 in Castrop-Rauxel Premiere. Das Stück richtet sich vor allem an Jugendliche und wird von moderierten Nachgesprächen, beziehungsweise Workshops seitens des Instituts für politische Bildung der Dortmunder Auslandsgesellschaft begleitet.

Workshop statt Unterricht

Am Montag stand ein solcher Workshop statt des regulären Unterrichts für die Zehntklässler in der Gesamtschule auf dem Programm. „Für uns ist es ein großer Vorteil, wenn die Schüler auch von Außenstehenden hören, dass sie Quellen und Informationen kritisch hinterfragen müssen“, sagt Franziska Lähn. Aufgeteilt in drei Gruppen beschäftigten sich die Schüler auf der Grundlage des Theaterstücks auch mit der Frage, wie leicht Menschen in einen wahren Strudel der Verschwörungstheorien geraten und schließlich sogar in eine Parallelwelt abgleiten können.

Auch interessant

Kommentare