Zweites wird noch gesucht

Verschollenes Bild von Werdohler Maler aufgetaucht

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Das verschollen geglaubte Paul-Seuthe-Bild von der Soester Wiesenkirche entlockt Thomas Benecke ein Lächeln. 

Werdohl - Ein ganz besonderes Bild von Paul Seuthe gibt es bald zu sehen. Eines, das lange verschollen war. Doch noch ein zweites wird gesucht.

Ist denn noch nicht alles gezeigt von dem Maler, der viele Jahre seines Lebens in Werdohl verbracht hat und dem der Werdohler Thomas Benecke seit 2016 ein eigenes kleines, privates Museum widmet? 

„Nein“, sagt Benecke und hat recht. Tatsächlich kann er ein Bild zeigen, das jahrzehntelang als verschollen galt. „Neue Einsichten in sein Gesamtwerk“ lautet der Titel der fünften Sonderausstellung, die am Sonntag, 19. Mai, in Thomas Beneckes Privatmuseum (Neustadtstraße 26) eröffnet wird. 

Unbekannte Bilder zu sehen

„Gezeigt werden tatsächlich relativ unbekannte Bilder von Paul Seuthe“, versichert Benecke, der von sich behauptet, mit mittlerweile mehr als 120 Bildern die größte Sammlung von Seuthe-Werken zu besitzen. „Deshalb kaufe ich inzwischen auch nicht mehr alles, was der Markt so hergibt“, sagt er. Seit einiger Zeit sucht er zunehmend gezielt nach bestimmten Arbeiten, um seine Sammlung sinnvoll zu ergänzen. 

Benecke gelingt besonderer Coup

 Dabei ist Thomas Benecke jetzt ein Coup gelungen: Ein Hagener Künstler hat ihm ein Seuthe-Bild von der Soester Wiesenkirche angeboten. Schnell bewahrheitete sich, was Benecke nach dem Studium des Ausstellungskatalogs zu einer großen Retrospektive auf Burg Altena im Jahr 1989 schon ahnte: Es handelte sich um das 1941 entstandene und seit Jahrzehnten verschollene Seuthe-Bild „Soest – Maria zur Wiese“. Es zeigt das landläufig als Wiesenkirche bezeichnete Gotteshaus aus einer Altstadtgasse mit Fachwerkhäusern heraus betrachtet.

„Es macht schon besondere Freude, wenn man etwas wiederentdeckt, das als verschollen galt“, gibt Benecke zu. Inzwischen befindet sich das Bild, das Paul Seuthe möglicherweise gemalt hat, weil seine erste Ehefrau aus dem Soester Raum stammte, in seinem Besitz. Er wird es in der Ausstellung im Mai zeigen. 

Gesucht: "Schwarze Ahe-Hammer"

Mindestens ebenso gerne würde Benecke ein anderes Bild wieder auftreiben, das Paul Seuthe 1946 gemalt hat. Auch dieses Werk wird in dem Katalog zur Altenaer Rückschau als verschollen bezeichnet. Es handelt sich um das Bild „Schwarze Ahe-Hammer“ und zeigt zwei Schmiede bei der Arbeit im Ahe-Hammer zwischen Werdohl und Herscheid. Benecke hat die Hoffnung, dass es sich in Privatbesitz befindet und der Besitzer gar nicht weiß, was er da besitzt. 

Schwarze Ahe-Hammer“ heißt dieses 1946 entstandene Bild von Paul Seuthe, das als verschollen gilt.

Denn der Werdohler Seuthe-Fan ist gar nicht einmal sicher, ob der Künstler dieses Bild überhaupt mit seinen Initialen „P.S.“ signiert hat. „Das hat er nicht bei allen Bildern getan“, weiß Benecke. 

Auch Film fehlt

Nicht nur als Maler ausgezeichnet Apropos Ahe-Hammer: Bei seinen Recherchen über den Kunstmaler, Fotografen und Architekten ist Benecke außerdem darauf gestoßen, dass Paul Seuthe mehrfach für seine Schmalfilme ausgezeichnet worden ist. Beispielsweise hat der Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) seinen Film „Der alte Hammer“ prämiert. Benecke vermutet, dass Seuthe darin ebenfalls den Ahe-Hammer thematisiert hat. 

Von dem Film fehlt auch jede Spur, was den Seuthe-Sammler aber nicht davon abhält, weiter danach zu suchen. „Man darf die Hoffnung ja nicht aufgeben“, sagt Benecke und hofft, dass der Film noch in irgendeinem Privatarchiv schlummert. Er hätte großes Interesse daran, ihn zu besitzen oder zumindest eine digitale Kopie davon anfertigen zu können. Wer Hinweise auf den Verbleib des Films oder des Bildes vom Ahe-Hammer geben kann, erreicht Thomas Benecke unter Tel. 0 23 92/40 15.

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