Ordnungsämter bleiben entspannt

Verschärfte Corona-Regeln im MK: Dennoch keine Kontrollen im Wohnzimmer

Die Stühle bleiben gestapelt: Auch in der nächsten Woche gibt es keine Möglichkeit für Bistros oder Eisdielen, Außengastronomie anzubieten.
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Die Stühle bleiben gestapelt: Auch in der nächsten Woche gibt es keine Möglichkeit für Bistros oder Eisdielen, Außengastronomie anzubieten.

Obwohl die Allgemeinverfügung des Kreises für die Öffentlichkeit bestimmte Corona-Schutzregeln jetzt auch im Privaten umgesetzt sehen will, werden das weder die Ordnungsämter noch die Polizei von sich aus überwachen.

Es bleibt wie bisher dabei, dass nur auf Hinweise Dritter in Privatwohnungen mögliche Regelverstöße kontrolliert werden.

Die Werdohler Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel und ihre Kollegen Marcus Henninger von der Neuenrader und Michael Bathe von der Balver Verwaltung sind sich einig. Henninger („Proaktiv gehen wir nicht in Wohnungen.“), Bathe („Wir gucken nicht in jede Ecke.“) und Mentzel („Wir kommen nicht zum Kaffee vorbei.“) sehen in diesem Teil der neuesten Allgemeinverfügung keinen Anlass für Verschärfungen. Bathe meint sogar, dass sich aus dieser Verfügung kaum etwas Konkretes ergebe. Wie in allen Städten und Gemeinden des Kreises müssen zusätzlich nur die Bereiche um Schulen und Kindergärten kontrolliert werden, weil da ab Montag auch in 150 Metern Umkreis Masken getragen werden müssen.

Kräfte sind weiterhin in Uniform unterwegs

Andrea Mentzel sagte, dass die Kräfte des Außendienstes auch weiterhin in Uniform unterwegs sein würden und niemandem in Zivil auflauerten. Sie machte darauf aufmerksam, dass bei solchen Kontrollaufforderungen andere Aufgaben der Ordnungsbehörde leiden müssten. Die Kontrolle des ruhenden Verkehrs zum Beispiel könne nicht mehr so intensiv betrieben werden.

Dennoch wolle man sich in allen Bereichen ausreichend stark zeigen. Dreieinhalb Stellen im Außendienst und wechselnd eine Stelle aus dem Innendienst haben mit der Umsetzung der Corona-Schutzverordnung alle Hände voll zu tun. Falls die Lage und damit auch die Kontrollarbeit eskaliere, müsse vielleicht über Neueinstellung und Verstärkung nachgedacht werden.

Zugangstor zum Sportplatz wird verschlossen

In Balve wird das Zugangstor zum Sportplatz am Krumpaul abgeschlossen, um jungen Menschen den Zutritt zu dem Gelände zu untersagen. „Wir können das sonst nicht mehr einfangen. Da ist viel los am Wochenende“, so Michael Bathe. Es habe schon zahlreiche Bürgerbeschwerden und -hinweise gegeben.

Zusätzlich verriegelt wird in Neuenrade oder Werdohl allerdings nichts, denn es ist ja schon alles geschlossen. Der Kicker-Platz am Riesei zum Beispiel ist versperrt, wurde aber erst vor Kurzem wieder aufgebrochen. „Jugendliche oder Kinder wollen dort gerne Fußball spielen“, weiß Andrea Mentzel. Das sei verständlich, aber nicht erlaubt. Deshalb ist die Absperrung erneuert worden.

Stadt weist immer wieder auf die Veränderungen hin

Im öffentlichen Straßenbild gebe es immer wieder Situationen, wo sich zu viele Leute ansammelten. „Da schauen wir vorbei und danach haben wir an der Stelle eine Zeit lang Ruhe“, so Mentzel.

„Wir setzen als Ordnungsbehörde die Regelungen einfach nur um und bewerten sie nicht“, sagt Marcus Henninger von der Stadt Neuenrade. „Diskussionen mit den Bürgern kann man sowieso nicht gewinnen.“ Die meisten seien allerdings einsichtig und hielten sich an die Regeln. Bestimmt sei es so, dass viele Bürger die Allgemeinverfügungen gar nicht lesen würden: „Wir weisen deshalb immer wieder auf die Veränderungen hin.“ So zum Beispiel die neue Regelung, im Umkreis von Schulen und Kitas Maske tragen zu müssen.

Die Kirche im Dorf lassen will Michael Bathe: „Wir haben hier acht Infizierte. Da machen wir nicht noch zusätzliche Sachen.“

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