Verrückte Band Same Insane startet durch

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Same Insane finden es „schwer zu begreifen“, wenn das Publikum bei ihren Konzerten begeistert mitgeht (von links): Jealan Al Muhammad, Alicia Hussong und Pascal Voigt.

Werdohl - Erst vor kurzem ins Leben gerufen, hat die Band Same Insane bereits eine Menge erreicht. Zwar verloren sie gerade erst ein Mitglied, als Trio wollen sie aber nun richtig durchstarten.

Das erste Lebenszeichen gaben sie gleich auf dem Werdohler Stadtfest im Sommer. Dieses und ein Band-Contest in Letmathe waren ihre bis dato größten Auftritte vor jeweils rund 125 Zuschauern.

Als nächstes plant die Combo die Aufnahme ihrer ersten CD. Im Frühjahr wollen sie ihre Songs auf einen Silberling pressen lassen. Aktuell haben sie schon zehn eigene Stücke und gut 15 Cover-Versionen im Repertoire.

Frontfrau der Truppe ist Alicia Hussong. Die 18-Jährige ist auch für die Texte der eigenen Stücke verantwortlich. „Meist schreibe ich die Lyrics erst, wenn die Musik steht“, erklärt sie. Aber sie habe auch einen Ordner mit fertigen Songtexten für gut 50 weitere Lieder.

Für die Musik ist Gitarrist Pascal Voigt verantwortlich. Der 20-Jährige stimmt im Proberaum im Jugend- und Bürgerzentrum eine Melodie an – und gemeinsam mit der 19 Jahre alten Keyboarderin und Background-Sängerin Jealan Al Muhammad und Sängerin Alicia entwickeln sie dann die Liedstruktur.

„Wir haben definitiv alle einen an der Klatsche“, sagt die Band-Chefin Alicia und lacht. Außerdem sei es ein so guter Reim – so hätten sie sich schnell auf den Bandnamen Same Insane (zu deutsch: [alle] gleich verrückt) einigen können.

Im Juni erst hoben die Werdohler ihre Gruppe aus der Taufe. Sechs Auftritte haben sie seither absolviert. Und die begeisterten Reaktionen, die sie dabei hervor riefen, überwältigen die jungen Musiker auch heute noch sichtlich.

„Als wir hier im Jugendzentrum gespielt haben“, erinnert sich Alicia, „sind alle besonders bei ‘Atemlos’ von Helene Fischer abgegangen.“ Ganz anders seien die Rückmeldungen bei einer Geburtstagsfeier gewesen, die sie beschallten. „Da kamen fremde Leute auf mich zu und sagten: ‘Macht mehr eigene Lieder’.“

Diese entstehen recht schnell. Nicht selten endet eine Probe mit zwei neuen Stücken. „Manche haben wir in zehn Minuten fertig“, berichtet Pascal. „Andere brauchen auch schon mal eine Woche.“ Das hält er schon für eine lange Zeit: „Wenn ich wüsste, wo die Melodien herkommen, dann würde ich von da noch mehr holen.“

Die Texte sind immer in deutsch. In ihnen gehe es, verrät die Sängerin, „viel um Liebe, aber auch um einen Jahrmarkt, das Musik-Machen an sich und um Alltagsbeobachtungen“. Alicia erläutert: „Ich kann die Leute besser in meiner Muttersprache erreichen.“

Eine Zuhörerin habe ihr mal gestanden, dass ein Lied sie an ihren verstorbenen Mann erinnert habe. Die Same-Insane-Chefin spricht aufgeregt über dieses Erlebnis: „Ich finde es toll, wenn die Leute auf die Texte hören und darüber nachdenken. Und es ist schön, wenn jeder die Zeilen für sich interpretiert.“ Jealan ist Fan ihrer Sängerin: „Ich bin immer total fasziniert, wenn ich ihre Texte das erste Mal höre – einfach nur der Hammer.“

Beim bereits erwähnten Band-Contest in Letmathe gab es einen Auftritt als Anheizer für die Gruppe Luxuslärm zu gewinnen. Zwar siegten Same Insane nicht. Doch sie erhielten Karten für ein Konzert der großen Vorbilder von Alicia in Hemer: „Sie sind eine Mega-Inspiration für mich.“

„Das Gefühl auf der Bühne ist Wahnsinn“

Pascal dagegen hat zuletzt so unterschiedliche Acts wie Clueso und Guns ‘n’ Roses live gesehen. Rock, Bluesrock und manche Singer/Songwriter seien sein Hauptinteresse. Jealan war noch auf gar keinem Konzert. Zwar höre sie „alles, was mir gefällt – nur nicht gerade Schlager“. Einen Live-Auftritt von einem Künstler nach ihrem Geschmack in der Nähe habe es aber noch nicht gegeben. Für die Rapperin und R’n’B-Sängerin Nicki Minaj würde sie allerdings gerne Eintritt zahlen. Alicia zeigt allein durch ihr Nirvana-T-Shirt, dass ihr Herz an der Rockmusik hängt.

Pop/Rock-Musik sei der Stil des Trios, erklären die drei. Sie stimmen den Song „Nachts in der Bar“ an. Die eingängige Melodie begleitet einen melancholischen Text über falsche Liebe und einen Whiskey morgens um drei. Alicia singt mit geschlossenen Augen. Ihre Worte sind tiefsinnig, die Melodie ist beeindruckend und Gänsehaut-erzeugend. „Sonst aber sind unsere Stücke relativ fröhlich“, betont die Frontfrau.

Sie will „auf jeden Fall auf den großen Bühnen spielen“. Ebenso wie Pascal möchte sie nach der Schule, wo sich die drei auch kennenlernten, mit der Musik Geld verdienen. Jealan zögert: „Eigentlich will ich Polizistin werden“, sagt sie. „Aber wenn wir wirklich berühmt werden, kann ich ja nochmal darüber nachdenken.“ Was sie alle drei nicht wollen, sei „so ein kurzes Berühmt-Sein, wie all diese Casting-Stars“.

Auf die Idee zur Bandgründung brachte die jungen Musiker der Klassenlehrer: „Ihr müsst was machen“, habe er ihnen dringend geraten. Und schnell merkte Jealan: „Das Gefühl auf der Bühne ist Wahnsinn.“ Pascal resümiert: „Es ist extrem, zuzusehen, wenn Leute bei unseren eigenen Songs mitgehen. Das ist echt schwer zu begreifen.“ Alicia ergänzt: „Es ist unfassbar, wenn Leute bei unseren eigenen Sachen sogar mitsingen.“ Die Sängerin reißt die Augen auf und hält sich die Hände erstaunt vors Gesicht.

Die Band Same Insane hat eine eigene Facebook-Seite und einen You-Tube-Kanal. Interessierte können Kontakt zum Trio aufnehmen per E-Mail an sameinsane@web.de.

Von Michael Koll

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