Industriegebiet Rosmart zu drei Vierteln verkauft

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Die drei MGR-Geschäftsführer Holger Moeser (Lüdenscheid, rechts), Andreas Haubrichs (Werdohl) und Sara Schmidt (Altena) sind zufrieden: Gut drei Viertel der Gewerbeflächen im interkommunalen Industriegebiet Rosmart sind Mitte 2018 verkauft.

Werdohl - Es gab sehr viele Kritiker des interkommunalen Gewerbegebietes Rosmart: Zu hohe Grundstückspreise, ungünstige Hanglage und vor allem mangelnder Bedarf. In den Jahren nach Beginn der ersten Erschließung in 2004 gab es kaum Verkäufe auf der Höhe, Kommunalpolitiker hatten Sorge, Geld in den Sand gesetzt zu haben. Das sieht Mitte 2018 grundlegend anders aus: Der Märkische Gewerbepark Rosmart ist zu drei Vierteln verkauft, nur noch ein größeres Grundstück und mehrere kleine Flächen sind verfügbar. Die drei MGR-Geschäftsführer Holger Moeser (Lüdenscheid), Andreas Haubrichs (Werdohl) und Sara Schmidt (Altena) sind zufrieden.

„Im Grunde arbeiten wir auf die Auflösung der Gesellschaft hin“, scherzt Holger Moeser vom Fachdienst Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Lüdenscheid. Der 53-Jährige ist seit Dezember 2017 Geschäftsführer der MGR-Gesellschaft. 

Andreas Haubrichs (37) ist zwar schon seit Jahren beim Marketing der Stadt Werdohl beschäftigt, hat aber die Geschäftsführung erst zum 1. Juli in diesem Jahr übernommen. 

MGR-Geschäftsführung als Next Generation

Ganz frisch im Thema Rosmart ist Sara Schmidt, die 29-Jährige ist seit Januar 2018 Wirtschaftsförderin bei der Stadt Altena und Geschäftsführerin bei der MGR. Die drei bilden sozusagen die „Next Generation“ der MGR-Geschäftsführung – und werden wohl auch in nicht allzu weiter Ferne die Gesellschaft abwickeln.

Wenn alle Grundstücke verkauft sind, hat die MGR ihren Zweck erfüllt. Dann wird es eine Schlussabrechnung geben, die von den drei Städten Werdohl, Altena und Lüdenscheid einen Kostenbeitrag fordert. Aufgrund der sehr langen Vermarktungsdauer und der Finanzierungskosten werden anteilig Erschließungskosten auf die Städte umgelegt, die nicht durch die Verkäufe finanziert werden können. Die Städte hatten dafür eine Patronatserklärung abgegeben.

Katharinenstraße wird noch in diesem Jahr erschlossen

Fünf Bauachsen gibt es als Erschließungswege, die Achsen A, B und C bilden die Rosmarter Allee mit zwei Abzweigungen. Die Straße ist seit Langem fertig erschlossen und in Betrieb. Die Achse D ist die Richard-Schirrmann-Straße, sie ist aktuell mit 1,95 Millionen Euro für Kanal- und Straßenbauarbeiten als Baustraße fertiggestellt worden. 

Links im Bild die fertig asphaltierte Richard-Schirrmann-Straße. Rechts baut  der Kreis das Rettungs- und Brandschutzzentrum.


Achse E ist die Katharinenstraße, sie ist für 395 000 Euro derzeit im Bau und wird spätestens im November fertig sein. Erst mit der Erschließung dieser Straße konnten auch die Grundstücke daran vermarktet werden, erzählt Holger Moeser. Den Kunden muss schließlich etwas Sichtbares geboten werden, bevor sie die 70 Euro pro erschlossenem Quadratmeter Bauland kaufen.

Das Gewerbegebiet ist 91 Hektar groß und liegt komplett auf Altenaer Stadtgebiet. Vier Hektar sind Straßenflächen, 40 Hektar Grünflächen, sieben Hektar Versickerungsflächen.

Ausweichflächen für die heimische Industrie

1999 wurde die MGR gegründet und das Land auf Rosmart gekauft. Die Idee war damals, dort Ausweich- und Erweiterungsflächen für heimische Unternehmen zu schaffen. Als erste Firma zog 2006 die MN Kaltformteile aus dem Rahmedetal auf die Rosmarter Höhen. 2010 kaufte Mekon aus Halver, heute Draht Mayr, ein Grundstück. Dann war jahrelang Ruhe. 

Die Wirtschaftskrise führte zu Zurückhaltung, erst ab 2014 kam die Vermarktung wieder auf Touren. Der jüngste Verkauf war der Deal mit Gerhardi vor ein paar Monaten, das Unternehmen kaufte die vorletzte Großfläche mit 60 000 Quadratmetern.

„Aktuell ist sehr viel Dynamik im Verkauf, die Wirtschaft läuft gut“, beobachtet Moeser. Wenn die letzten 10 Hektar auf Rosmart verkauft sind, haben die drei Städte für sich allein kaum noch etwas zu bieten. Lüdenscheid hat aktuell nichts mehr, zwei Hektar an der Wibschla warten auf Erschließung, Werdohl hat den Bereich Wintersohl, Altena hat keine Optionen. Laut einer SIHK-Bedarfsumfrage benötigen die heimischen Unternehmen in Zukunft mehr frische Flächen als aktuell vorhanden sind.

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