Verluste werden ausgeglichen sein

Zwei Jahre Ruhe für Werdohler Stadtklinik

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Eine Bestandsgarantie für die Stadtklinik Werdohl gibt es wohl nicht.

Werdohl – „Die Situation der Werdohler Stadtklinik ist grundsätzlich anders als die des Marienhospitals Letmathe“, das betonte gestern der Werdohler Detlef Seidel als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Märkischen Kliniken.

Auf Nachfrage der Redaktion bezog er ausführlich Stellung zu der angekündigten Schließung des Letmather Hauses. Freunde des Marienhospitals zeigten mit dem Finger auf das Werdohler Haus und fragen, warum nicht diese Klinik anstelle des Hauses im Nordkreis geschlossen werden sollte. 

Seidel: „Mir geht es auf den Nerv, dass die beiden kleinen Häuser gegeneinander ausgespielt werden.“ Es gebe mehrere sachliche Argumente, die die beiden Ableger der Märkischen Kliniken voneinander unterscheide. Letztlich sorgten Gesetzgeber in Bund und Land sowie die Krankenkassen für den Niedergang kleiner Krankenhäuser. 

In diese Richtung gehöre der Ärger von Bevölkerung und Lokalpolitik. Das Marienhospital habe im Umkreis von 20 Kilometern bis zu 16 konkurrierende Häuser. In der Nähe der Stadtklinik gebe es nur vier: Das Klinikum Lüdenscheid, die Sportklinik Hellersen, das Krankenhaus Plettenberg und die Berglandklinik. Werdohl habe durch die Aufgabe der Häuser in Altena und Balve profitiert. 

Das Marienhospital werde nur zu 16 Prozent von Letmathern genutzt, in Werdohl liege diese Quote bei 30 Prozent von Werdohlern und Neuenradern. Diese Quote müsse aber noch besser werden. Es gibt 56 geriatrische Betten im Nordkreis, keines davon in Letmathe. Im gesamten Südkreis gibt es 27 geriatrische Betten, alle sind in Werdohl. Die Klinik sei in Verhandlungen, die Bettenzahl kurzfristig deutlich zu erhöhen. 

Das Klinikum Lüdenscheid versorge Werdohl mit Geriatrie-Patienten, die sonst außerhalb des Kreises verlegt wurden. Jahrelang hat das Klinikum die Defizite der kleinen Häuser ausgeglichen. Das sei nicht mehr möglich, ohne die Existenz des Klinikums Lüdenscheid zu gefährden. 2012 gab es in Werdohl ein Minus von 1,68 Millionen Euro. 

Für das Jahr 2018 werde noch mit einer halben Million Euro Verlust gerechnet. In zwei bis drei Jahren sollen die Werdohler Verluste ausgeglichen sein. Eine Bestandsgarantie gebe es für Werdohl nicht. Seidel meint, dass die Stadtklinik die nächsten zwei Jahre Ruhe habe.

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