Facettenreiche Kunst und verkaufsoffene Geschäfte

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Hollywood an der Lenne: Schauspieler verkleidet als Filmfiguren waren in der Fußgängerzone unterwegs. So auch diese Orks aus „Der Herr der Ringe“, die sich zur Stärkung Pommes kauften.

Werdohl - Schlotis Bimmelbahn, die zu so manchem Fest in der Fußgängerzone ihre Runden dreht, ist in Werdohl bekannt. Wenn inmitten der Kinder jedoch düster gekleidete Filmcharaktere sitzen, scheint etwas Besonderes im beschaulichen Städtchen zu passieren. So am Sonntag, als im Rahmen des Verkaufsoffenen Sonntages ein Kulturaktionstag zu Kino, Film, Video und Foto ausgerufen wurde.

Das Werdohler Stadtmarketing hatte Schauspieler als Walking Acts eingeladen. So spazierten zwischen den kauflustigen Passanten gestern unter anderem schaurig finstere Orks aus „Der Herr der Ringe“ über die Freiheitstraße – und nahmen auch in der Bimmelbahn Platz.

Deutlich realitätsnäher präsentierten die Filmer Martin Büdenbender und Uwe Tonscheidt die Stadt im Foyer des WK-Warenhauses. Sie zeigten einen für das Stadtmarketing erstellten Imagefilm über Werdohl. Außerdem luden sie Besucher zur Teilnahme an der Aktion „Werdohl in the Box“ ein. Zur Frage „Warum lebe ich gerne hier?“ wurden Groß und Klein befragt und gefilmt. Bis zum 17. November soll daraus eine Dokumentation entstehen.

Kunst im Entstehen

Ebenfalls Kunst im Entstehen ließ sich in einem leerstehenden Geschäftslokal an der Freiheitstraße erleben. Allerdings war am Abend alle Arbeit getan. Innerhalb von fünf Stunden hatten vier Künstler das triste, mit schwarzer Folie abgeklebte Ladenlokal in einen bunten, mitunter skurrilen „Garten der Lüste“ verwandelt.

Im „Garten der Lüste“ im Leerstand Freiheitstraße 14 zeigte Künstler Aenimitz aus Los Angeles eine Body-Painting-Performance.

Inspiriert von dem dreiteiligen Gemälde des niederländischen Renaissance-Malers Hieronymus Bosch zeigten Karl Binsen, Leonie Herrmann, der amerikanische Künstler Aenimitz und der Werdohler Thomas Volkmann eine Mischung aus Videocollage, Malerei, Papiercollage, Musik und Body-Painting. Während Herrmann und Volkmann zu großen Pinseln griffen, um die schwarzen Wände zu bemalen, bemalte Aenimitz mit feineren Strichen seine Muse. Anschließend benutzte er sein Modell als lebendigen Stempel und druckte mit ihr auf den Untergrund.

Fotomarathon und Videoworkshop

Ein Fotomarathon startete am Nachmittag in der Innenstadt. Innerhalb von zwei Stunden konnten Interessierte fünf Foto-Aufgaben erfüllen. Die Ergebnisse gab es am Abend bereits im Kulturbahnhof zu sehen, ebenso wie einen Kurzfilm, der im Rahmen eines Videoworkshops unter der Leitung von Tobias Wieneke stattfand.

Unter der Leitung von Tobias Wieneke (3. von links) fand ein Videoworkshop statt. Nach der Theorie zu Film, Schnitt und Ton ging es für die Praxis in die Innenstadt. Der erstellte Kurzfilm wurde am Abend im Kulturbahnhof gezeigt.

Nach einer Einheit Theorie zu Film, Schnitt und Ton in den Räumen des Stadtmarketings ging es für die Workshop-Teilnehmer die Praxis an die frische Luft. Ausgestattet mit Kamera, Mikrofon und einigen Ideen im Kopf trafen Besucher des Verkaufsoffenen Sonntags die Gruppe unter anderem am Friedrich-Keßler-Platz an. Nachdem die Szenen im Kasten waren, ging es zurück in die Workshop-Räume, wo das Sichten und Schneiden des Materials anstand.

Nach Ladenschluss aller teilnehmenden Geschäfte am Sonntagabend wurden im Kulturbahnhof die Ergebnisse des Tages präsentiert. Und da auch Musik beim Kulturaktionstag nicht fehlen durfte, gab es für das interessierte Publikum noch ein Konzert mit dem Singer/Songwriter Daniel Scharf.

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