Closing bestätigt

Verkauf perfekt: Aus dieser Stadt wird VDM jetzt gesteuert

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Unter der Führung der Investors Lindsay Goldberg Vogel wurde diese neue Turmofenanlage bei VDM gebaut. Nach der finanziellen Stärkung hat der amerikanische Fondsinvestor den Werdohler Betrieb an die spanische Acerinox-Gruppe weiterverkauft.

Werdohl/Madrid – Der Verkauf der VDM Metals Group an die spanische Acerinox Aktiengesellschaft ist vollzogen. Die Zustimmungen der europäischen, amerikanischen und taiwanesischen Wettbewerbsbehörden liegen den Geschäftspartnern vor. VDM Metals wird in Zukunft aus Madrid gesteuert.

Der Acerinox-Vorstandsvorsitzende Bernardo Velázquez und Dr. Thomas Ludwig von Lindsay Goldberg Vogel als ehemaliger Inhaber haben am Dienstag die Vereinbarung unterschrieben, nach der das Werdohler Unternehmen mit seinen sieben Standorten in Deutschland und Amerika ein Teil der spanischen Unternehmensgruppe wird. 

Die VDM-Gruppe wird mit 532 Millionen Euro bewertet, wovon Acerinox am Dienstag 310 Millionen Euro für 100 Prozent der Anteile ausgezahlt hat. Darüber hinaus wurden 57 Millionen Euro Verbindlichkeiten übernommen, wie die Vertragspartner mitteilten. 

Neues Geschäftsfeld erschlossen

„Die Übernahme ist in der heutigen Zeit sinnvoller denn je. Sie diversifiziert unser Risiko, erschließt ein neues Geschäftsfeld und fixiert eine Strategie, von der wir überzeugt sind, dass sie erfolgreich sein wird. Darüber hinaus verbessert sie die Wettbewerbsfähigkeit und Stärke unserer Gruppe. Die Generierung von Barmitteln und der Schuldenabbau in den letzten Jahren haben uns in eine optimale Position versetzt, um diese Herausforderung zu meistern“, wird Acerinox-Chef Velázquez zitiert. Die Aktivitäten von Acerinox und VDM ergänzten sich so, dass 14 Millionen Euro Synergiepotenziale erwartet werden. 

Acerinox betreibt auch im deutschen Langenfeld ein Werk unter eigener Flagge. Zugekaufte Werke oder Produktionsstätten wie „North Amerika Stainless“ haben allerdings ihre ursprünglichen Namen behalten.

Das neue Konzernunternehmen VDM, so schreibt der Käufer, sei weltweit führend in der Entwicklung von speziellen Nickellegierungen sowie von rostfreien Hochleistungsstählen und gelte in der Branche als Vergleichsmaßstab für Forschung, Entwicklung und Innovation. 

Umsatz von mehr als 850 Millionen Euro

Der sich ergebende Gewinn eines Unternehmens ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen wird mit Ebitda abgekürzt. VDM erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 852 Millionen Euro und einen Ebitda von 97 Millionen Euro. Durch die Eingliederung in die Acerinox-Gruppe sollen Nettoumsatz und Ebitda um 20 Prozent steigen. Die Bewertung von VDM mit 532 Millionen Euro entspricht dem 5,5-fachen Ebitda vor Synergien. 

Der amerikanische Investor Lindsay Goldberg Vogel (LGV) hatte VDM im Juli 2015 von ThyssenKrupp übernommen. Unter Federführung von LGV investierte VDM in eine neue Pulververdüsungsanlage und eine neue Blankglühanlage. Zu den weiteren Maßnahmen zählten die Schließung des defizitären Geschäftsbereichs Titan, der Aufbau einer neuen Vertriebsorganisation, verstärkte Aktivitäten in Forschung und Entwicklung, die Erhöhung der Produktivität und die Fortsetzung des internationalen Expansionskurses. Das teilte LGV-Sprecher Christian Weitzel mit. 

Gut 1900 Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2018/2019 habe VDM Metals mit seinen mehr als 1900 Mitarbeitern ein Umsatzvolumen von 1,102 Milliarden Euro erzielt und verkaufte 43 000 Tonnen an Halbfertigerzeugnissen und Metallen. 

LGV-Geschäftsführer Dr. Thomas Ludwig sagte: „Acerinox wird VDM den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen und den Prozess der Internationalisierung als Teil einer starken Unternehmensgruppe mit einer weltweiten Präsenz in über 80 Ländern voranbringen. Die engagierten Führungskräfte und Mitarbeiter von VDM können stolz auf ihre hervorragende Leistung sein.“

Acerinox SA ist ein weltweit führender Hersteller von rostfreiem Stahl und einer Schmelzleistung von 3,5 Millionen Tonnen. Das Produktionsnetzwerk besteht bislang aus sechs Fabriken in Europa, Amerika, Afrika und Asien. Der Verkauf wird über ein Vertriebsnetz in 86 Ländern abgewickelt. Acerinox ist an der spanischen Börse notiert und Mitglied des Ibex 35 mit einer Marktkapitalisierung von etwa 2,1 Milliarden Euro.

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