Werdohler Unternehmen bleibt eigenständig

Paukenschlag! Verkauf von VDM Metals an Aperam gescheitert

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Das Werdohler VDM-Gelände in Werdohl an der Lüdenscheider und der Plettenberger Straße aus der Luft.

Werdohl - Paukenschlag kurz vor dem Weihnachtsfest: Der Werdohler Konzern VDM Metals bleibt vorerst eigenständig, die geplante Übernahme durch das Luxemburger Unternehmen Aperam ist geplatzt. Das ist der Hintergrund.

Das gaben VDM und Aperam am Freitag in eigenständigen Pressemitteilungen bekannt. 

Ursprünglich sollte der Fusionsdeal bereits im November über die Bühne gehen, doch die Europäische Kommission hatte überraschend Bedenken geäußert, weil der Zusammenschluss eventuell den Wettbewerb auf dem Markt für Nickellegierungen einschränken würde. Nachdem die als absolut unerschrocken geltende Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärt hatte, persönlich „eine eingehende Prüfung“ vornehmen zu wollen, machte Aperam jetzt einen Rückzieher. Damit muss durch die Kommission die Prüfung, die bis April 2019 dauern sollte, nicht mehr weiter verfolgt werden. 

Lindsay Goldberg bleibt Eigentümer 

Wie VDM mitteilte, werde der derzeitige Besitzer, der Private-Equity-Fonds Lindsay Goldberg, das Unternehmen „weiter begleiten“. „Der Abbruch des Akquisitionsprozesses bedeutet, dass VDM Metals weiterhin als eigenständiger Spezialanbieter am Markt agieren wird. Dabei bauen wir auf unsere hervorragenden Geschäftsbeziehungen zu unseren Kunden, Lieferanten und Partnern. VDM Metals bleibt die erste Adresse für qualitativ hochwertige Nickellegierungen und hochlegierte Sonderedelstähle sowie Premium-Services“, heißt es in der Mitteilung wörtlich. 

Hintergründe zum Aperam-Deal hier

Lindsay Goldberg hatte bereits im April einen Vertrag mit Aperam S. A. über den Verkauf seiner Anteile an der VDM Metals GmbH geschlossen. Dem Verkauf wurde ein Unternehmenswert von 596 Millionen Euro zugrunde gelegt. Nach Vorprüfungen wurde der geplante Zusammenschluss bei der Kommission am 23. Oktober zur Genehmigung angemeldet. Bis Wettbewerbskommissarin Vestager die Einleitung eines Verfahrens bekannt gegeben hatte, hatte Lindsay Goldberg auf einen schnellen Verkauf des Unternehmens gehofft. 

Aperam bedauert in seiner Pressemitteilung, dass es „trotz erheblicher Zeit und Mühe, die Besonderheiten des Marktes für Speziallegierungen zu erläutern“, nicht gelungen sei, die Europäische Kommission von der Fusion zu überzeugen und so einen starken europäischen Konzern zu schaffen, der auf dem globalen Markt konkurrieren könne. 

Kein „wertsteigernder Deal“ möglich 

Timoteo Di Maulo, Vorstandsvorsitzender (CEO) von Aperam, sprach von „konzeptionellen Hindernissen“, mit denen man bei der Schaffung eines europäischen Champions auf dem Markt der Nickellegierungen konfrontiert worden sei. Die Bedenken der Kommission würden einen wertsteigernden Deal letztlich unmöglich machen. „Wir verfolgen unsere Strategie und Finanzpolitik im Interesse unserer Aktionäre, daher bleibt uns nur die Wahl vom Geschäft zurückzutreten“, so Di Maulo.

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