Ende einer Beziehung vor dem Amtsgericht

Werdohl - Wenig Zweifel gab es im Amtsgericht Altena daran, dass die Beziehung eines 29-jährigen Werdohlers zu einer acht Jahre jüngeren Frau recht problematisch gewesen war. „Die Beziehung ist wohl nicht so einvernehmlich gelaufen, wie das sein sollte“, stellte Richter Dirk Reckschmidt nach der Beweisaufnahme fest.

Das Schöffengericht hatte jedoch große Zweifel, ob der Vorwurf einer „sexuellen Nötigung zum Geschlechtsverkehr“ angemessen war, und sprach den Angeklagten frei.

Vorangegangen war eine Befragung der jungen Frau, in der diese den Vorwurf nicht hinreichend konkretisieren konnte. Die Angaben der Zeugin seien „zu wenig detailliert“ für eine Verurteilung gewesen, stellte auch die Staatsanwältin fest.

Schon in der Anklage gab es nur einen sehr vagen Hinweis auf den Zeitpunkt der Tat: November, Dezember 2014. Daran änderte auch die Vernehmung im Amtsgericht nichts. Im gleichen Jahr hatte sich das Paar kennengelernt.

Zu einer Anzeige kam es damals nicht. Noch im Frühjahr 2016 verlobten sich die beiden, was allerdings die endgültige Krise der Beziehung eingeläutet zu haben scheint. Im Sommer trennte sich die Zeugin von ihrem Freund und ging kurz darauf offenbar nur deshalb zur Polizei, weil sie angebliche Nachstellungen durch ihn beenden wollte.

Diese Vernehmung wurde aber zum Ausgangspunkt für staatsanwaltliche Ermittlungen und den Verdacht, dass es zu einem viel früheren Zeitpunkt zu einer unangemessenen Gewalteinwirkung bis hin zu einer Vergewaltigung gekommen sein könnte.

Vor Gericht schien es allerdings auch der Zeugin vor allem darum zu gehen, die schmerzhafte Geschichte endgültig abzuschließen. Das Urteil war nachvollziehbar - genauso wie der verbale Schlag des Verteidigers gegen den geistigen Hinterkopf seines Mandanten: „Klappe halten und gehen!“, empfahl er nach dem Urteil.

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