Wenig Hoffnung für Jahresempfang

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Diese Vereinsvertreter machen sich für den Jahresempfang stark.

Werdohl – Die Anregung von sechs Werdohler Vereinen, ab 2020 wieder einen städtischen Jahresempfang durchzuführen, fällt im Rathaus offensichtlich nicht auf fruchtbaren Boden.

Am nächsten Montag, 9. September, soll sich der Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigen. Die Empfehlung der Verwaltung an die Politiker fällt aber eindeutig aus. Im Juni hatten sich der Heimat- und Geschichtsverein, der Stadtsportverband, der Kulturverein Werdohl heute, das Kleine Kulturforum, der Werdohler Schützenverein und der Bürgerstammtisch dafür ausgesprochen, den Jahresempfang wieder unter städtischer Regie durchzuführen. 

Nachdem die Stadt die Veranstaltung 2012 unter dem Spardiktat des Stärkungspaktes Stadtfinanzen aus ihrem Kalender gestrichen hatte, war der Bürgerstammtisch eingesprungen, allerdings nur bis 2018. In diesem Jahr gab es keinen Empfang mehr. Das soll sich nach den Vorstellungen der sechs Vereine wieder ändern. Die Stadt müsse die Veranstaltung wieder durchführen, ruhig mit weniger großem Aufwand, fordern sie mit Blick auf die weiterhin angespannte Lage im städtischen Haushalt. Nun wird sich am nächsten Montag der Hauptausschuss mit der Anregung beschäftigen. Die Empfehlung der Stadtverwaltung an die Politiker dürfte den Vereinen aber wenig Hoffnung auf einen Erfolg machen. 

Zunächst betrachtet die Verwaltung den Brief der Vereinsvertreter ganz formell als Anregung nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung. Im Sinne dieses Gesetzes erfülle das Anliegen alle Voraussetzungen, heißt es in einem Beratungspapier für den Ausschuss. Allerdings enthalte die Anregung keinen Vorschlag, wie die entstehenden Kosten gedeckt werden sollen. Das wäre nach Darstellung der Verwaltung „zwingend notwendig“. 

Der verantwortliche Fachbereichsleiter Michael Grabs geht von „Personalkosten in nicht unbeträchtlicher Höhe“ aus, die entstehenden würden, wenn die Stadt den Empfang wieder organisiert. Musik und Verpflegung seien noch gar nicht berücksichtigt. Als die Stadt den Jahresempfang vor nunmehr sieben Jahren gestrichen hat, war von 11 350 Euro die Rede, die jährlich eingespart werden könnten. Die Stadt sehe sich weiterhin an die Liste der Sparmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Stärkungspakt gebunden, heißt es in dem Beratungspapier weiter. 

Und auch nach 2021 bestehe weiterhin die Verpflichtung zur Konsolidierung der Stadtfinanzen. Die Verwaltung schlägt den Politikern deshalb vor, der Anregung der Vereine nicht zu folgen. 

Bei den Vereinen, die die Initiative ergriffen hatten, sei das Unverständnis über die Haltung der Stadtverwaltung groß, sagte Udo Böhme, stellvertretender Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. „Wir haben den Eindruck, dass die Verwaltung überhaupt nicht verstanden hat, was wir eigentlich wollen“, sagte er. Hinter dem Antrag stecke nicht etwa der Wunsch nach einem pompösen Jahresempfang, wie er in früheren Jahren üblich und auch entsprechend teuer gewesen sei. „Wir wollten lediglich, dass die Stadt offiziell zu diesem Empfang einlädt, weil wir befürchten, dass sich der eine oder andere sonst nicht angesprochen fühlt“, stellte Böhme klar. Es gehe keineswegs darum, „dass sich dort jeder auf Kosten der Stadt satt essen kann, wie es früher einmal war“, sagt Böhme wörtlich.

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