Kleines Kulturforum

„Positiver Identifikationsfaktor“

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Die Eröffnung der Zeppelinausstellung war überaus gut besucht. Die Gäste der Vernissage im Kleinen Kulturforum nahmen die gezeigten Exponate ausführlich in Augenschein.

Werdohl - einahe aus allen Nähten platzte das Kleine Kulturforum am Sonntagmittag. Zur Vernissage der Ausstellung „111 Jahre: Der Tag von Echterdingen – Das Zeppelin-Unglück und Werdohl“ kamen unzählige Besucher. Moritz-Adolf Trappe vom ausrichtenden Verein Zeppelinstadt Werdohl zeigte sich in seiner Begrüßungsrede „überaus erfreut, dass Sie trotz der Ferienzeit so zahlreich gekommen sind“.

Einige Besucher hatten sogar Medaillen mitgebracht, auf welchen der Graf Zeppelin abgebildet war. Trappe begutachtete diese interessiert und verwies auf ähnliche Exponate in dieser Ausstellung. Außerdem kündigte er eine der noch folgenden Ausstellungen an. Zusammengetragen habe er aus ganz Deutschland derart viele Stücke, dass er sich noch einige Schauen zu besonderen Themenfeldern – etwa: Der Zeppelin und die Welt der Spielzeuge – vorstellen könne.

Mehrere Besucher der Vernissage bemängelten, dass weder die Bürgermeisterin noch andere hochrangige Vertreter der Stadt zur Ausstellungseröffnung erschienen waren. Trappe teilte mit, dass sich zumindest Silvia Voßloh im Urlaub befinde.

Der Verein Zeppelinstadt Werdohl hat es sich zur Aufgabe gestellt, für die Stadt zwischen Lenne und Verse die Interessentengruppe der Kulturtouristen zu erschließen. Dafür sei es notwendig, einen „positiven Identifikationsfaktor für Werdohl“ zu finden, argumentierte Trappe bei seinen einleitenden Worten.

Lüdenscheid sei die Stadt des Lichts, Altena die Drahtstadt, aber wofür stehe denn eigentlich Werdohl? Das könne Aluminium – und damit verbunden eben auch der Zeppelin – sein.

Das sah der Neuenrader Stadtarchivar Wolf-Dieter Kohl ganz genauso. Er sagte am Rande der Vernissage: „Ich finde das ganz toll hier. Ich habe mich seit Jahrzehnten gefragt, warum die Werdohler dieses Thema nicht einmal aufgreifen und vermarkten. Aber dazu herrschte in dieser Stadt immer bloß Schweigen.“

Trappe erklärte den Ausstellungsbesuchern: „In Werdohl hat einst nahezu jeder in der Metall-Industrie gearbeitet.“ Der Unternehmer Carl Berg „war der Erste, der Aluminium im industriellen Maßstab verarbeitet hat“. Und 1861 sei in Bärenstein die Firma Selve gegründet worden. „Die ist heute in den Köpfen der Menschen ein Altenaer Unternehmen – aber das stimmt nicht“, betonte Trappe.

Nur durch den Aluminiumbau in Werdohl sei es möglich gewesen, „dass das Ruhrgebiet, so wie wir es heute kennen, wachsen konnte“, verdeutlichte der Vereinsvertreter und Ausstellungsmacher die Bedeutung der kleinen Stadt im Sauerland.

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