Verbindlichkeit garantiert

Michael Daub (l.) und Udo Böhme prasentieren die Unterschriften der „Werdohler Erklärung“.

WERDOHL ▪ Mit rund einmonatiger Verzögerung liegt die sogenannte „Werdohler Erklärung“ jetzt beim Betriebsrat des ThyssenKrupp-Bilstein-Werkes in Werdohl vor – unterschrieben von allen, die an dieser Vereinbarung beteiligt sein mussten, vor allem aber vom Konzern-Vorstand. Und das, so sehen es die beiden Betriebsratsvorsitzenden Udo Böhme und Michael Daub, „garantiert dieser Erklärung die gewünschte Verbindlichkeit“. Eine Feststellung, die nicht ohne Stolz getroffen wird, denn die Beharrlichkeit „eines kleinen Standortes hat Wirkung gezeigt“.

Nach dem TKB-Aufsichtsratsbeschluss vom 15. April, den Werksstandort Werdohl zu schließen, ging es bei allen nachfolgenden Bemühungen der Betriebsräte darum, sich „über gemeinsame Grundsätze sozialverträglicher Personalmaßnahmen“ zu verständigen. In einem Sieben-Punkte-Programm ist festgelegt worden, wie – so das Ziel – möglichst alle von der Schließung betroffenen Mitarbeiter versorgt werden sollen; etwa mit neuen Arbeitsplätzen innerhalb des Konzerns, bei freiwilligem Ausscheiden mit Abfindungszahlungen oder durch Altersteilzeit.

Das gemeinsame Ziel der Vermittlung „von Arbeit in Arbeit“, so steht fixiert, könne allerdings nur dann erreicht werden, wenn sich alle Beteiligten flexibel an der Suche nach einem Ersatzarbeitsplatz beteiligen.

Dieser Prozess hat noch vor Eintreffen der unterschriebenen „Werdohler Erklärung“ bereits begonnen. Einige Mitarbeiter (darunter 13 mit Aussicht auf Beschäftigung in Hohenlimburg) haben sich schon erfolgreich auf die Suche nach einem neuen Job gemacht. Von den ursprünglich 108 Betroffenen, so Udo Böhme, sind noch 83 zu versorgen.

Damit auch das klappt, hat der Projektkoordinator Georg Bonger seine Arbeit inzwischen aufgenommen. Er soll sozusagen „Klinken putzen“ und möglichst ortsnahe, freie Arbeitsplätze bei anderen Konzernunternehmen suchen und anbieten. Betriebsratsvorsitzender Böhme: „Unser Ziel ist es, alle zu versorgen. Ob das klappt, muss offen bleiben. Bei einigen wird es schwer.“ Wunder dürften nicht erwartet werden.

Kümmern wird sich der Betriebsrat ab sofort verstärkt um einen akzeptablen Sozialplan mit allen entscheidenden Regelungen, die auch in der „Werdohler Erklärung“ enthalten sind. Ein vom Konzern vorgelegter Entwurf „ist von uns überarbeitet worden“, so Udo Böhme. Die eigentlichen Verhandlungen könnten Ende August beginnen; eine Unterzeichnung wäre im September denkbar.

Rainer Kanbach

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