VHS Lennetal hebt Honorare für Dozenten an

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VHS-Verwaltungsleiterin Brigitt Werdes, Verbandsversammlungsvorsitzende Kathrin Püschel und Verbandsvorsteherin Silvia Voßloh (von links) führten am Dienstagabend durch die VHS-Verbandsversammlung in Werdohl.

Werdohl - Die Verbandsversammlung des Zweckverbands Volkshochschule Lennetal hat in ihrer Sitzung am Dienstagabend in Werdohl den Haushaltsplan für das Jahr 2018 verabschiedet. Rund 1,04 Million Euro will die Bildungseinrichtung ausgeben.

Das ist fast exakt so viel wie im Ansatz für das laufende Jahr. Die Mitgliedsstädte können dennoch mit einer Rückerstattung rechnen. 

Fast 200 000 Euro will der VHS-Zweckverband den fünf Mitgliedskommunen gutschreiben. Das hängt mit einem wirtschaftlich erfolgreichen Jahr 2016 zusammen, in dem die VHS viele Integrationskurse angeboten und dafür hohe Zuschüsse erhalten hatte. Deshalb sollen von den insgesamt 287 100 Euro, die die Kommunen für 2016 bezahlt hatten, nun nicht benötigte Mittel in Höhe von knapp 200 000 Euro an die Städte Altena (43 522 Euro), Neuenrade (30 229 Euro), Plettenberg (64 424 Euro) und Werdohl (45 302 Euro) sowie an die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde (16 517 Euro) mit zukünftigen Forderungen der VHS verrechnet werden. 

Weiterhin 3,35 Euro pro Einwohner

Für das Jahr 2018 hat die Verbandsversammlung die Umlage der Kommunen wieder auf 3,35 Euro pro Einwohner festgelegt. Die Beträge aus Altena (58 158 Euro, Nachrodt-Wiblingwerde (22 258 Euro), Neuenrade (40 425 Euro), Plettenberg (86 001 Euro) und Werdohl (60 157 Euro) summieren sich somit auf 267 000 Euro). 

Darüber hinaus kann die VHS nach Worten von Verwaltungsleiterin Birgitt Werdes für 2018 wieder mit höheren Landeszuschüssen rechnen. Die neue Landesregierung habe den Konsolidierungsbetrag, der für die VHS Lennetal bei etwa 13 000 Euro lag, inzwischen komplett zurückgenommen, sodass die VHS wieder mit dem Höchstförderbetrag in Höhe von 255 000 Euro rechnen könne. Dieses Geld stellt das Land gewissermaßen als Sockelbetrag zur Verfügung, damit die VHS ihrem Bildungsauftrag nachkommen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die VHS mindestens 4800 Unterrichtsstunden pro Jahr anbietet. Diesen Wert kann die VHS Lennetal locker überbieten: Im Jahr 2016 beispielsweise hat sie in 392 Kursen 12 202 Unterrichtsstunden angeboten, an denen 4586 Personen teilgenommen haben. 

NRW zahlt 25.000 Euro mehr

Darüber hinaus zahlt NRW fast 25 000 Euro – und damit etwa 11 000 Euro mehr als bisher – dafür, dass an der VHS Lennetal Lehrgänge zur nachträglichen Erlangung von Schulabschlüssen angeboten werden. Dennoch rechnet die VHS in diesem Bereich für 2018 mit einem Zuschussbedarf von 42 800 Euro. „Es ist aber Wille der Kommunalpolitik, dass diese Lehrgänge für die Teilnehmer kostenlos angeboten werden“, erklärte Brigitt Werdes im Gespräch mit der Redaktion. Ausgeglichen werde dieses Defizit dann mit Geld aus der Verbandsumlage. Die Erfolgsquote dieser Lehrgänge schwankt übrigens nach Werdes’ Worten: 2016 wurden von ursprünglich 66 Teilnehmern 28 (42,2 Prozent) zur Prüfung zugelassen, 2015 waren es 14 von 75 (18,7 Prozent) , 2013 legten 51 von 139 36,7 Prozent) die Prüfung ab, im Jahr 2012 waren es 28 von 105 (26,7 Prozent). 

"Der Wettbewerb macht auch vor der VHS nicht halt"

Die Verbandsversammlung beschloss am Dienstag auch einstimmig eine Änderung der Honorarordnung. „Der Wettbewerb macht auch vor der VHS nicht halt. Um qualifizierte Dozenten gewinnen zu können, müssen wir die Honorare anheben“, erklärte Kathrin Püschel, Vorsitzende der Verbandsversammlung. Im benachbarten Volkshochschulen würden schon jetzt höhere Honorare gezahlt, sodass qualifizierte Dozenten dorthin abwanderten, hatte auch Verbandsvorsteherin Silvia Voßloh schon auf diese Entwicklung hingewiesen. Nebenberufliche pädagogische Mitarbeiter, Kursleiter und Referenten der VHS erhalten ab 1. August 2018 bis zu 10,5 Prozent mehr Geld. Für normale Lernkurse beispielsweise gibt es dann 21 Euro pro Unterrichtsstunde, Schulabschlusslehrgänge werden mit 27 Euro pro Unterrichtsstunde honoriert. Durch eine Tariferhöhung steigen auch die Aufwendungen für das festangestellte Pesonal, allerdings nur um 2 Prozent. 

Schließlich hatte die Verbandsversammlung noch eine Personalentscheidung zu treffen. Weil sich innerhalb der Werdohler Stadtverwaltung Zuständigkeiten geändert haben, sollte Regina Wildenburg als stellvertretendes Mitglied aus dem VHS-Verwaltungsrat ausscheiden. Zu ihrer Nachfolgerin bestimmte die Versammlung auf Vorschlag der Stadt Werdohl einstimmig Reinhild Wüllner-Leisen.

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