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„Verantwortungslos“: Bürgermeister im MK schimpft auf Corona-Spaziergänger

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Von: Volker Heyn

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Auch beim vierten Werdohler Corona-Spaziergang (hier ein Foto der dritten Demonstration am 17. Januar) wurde der Zug von derselben Person mit einer Musikbox angeführt. Bei den ersten beiden Züge war ein anderer Mann vorneweg gegangen.
Auch beim vierten Werdohler Corona-Spaziergang (hier ein Foto der dritten Demonstration am 17. Januar) wurde der Zug von derselben Person mit einer Musikbox angeführt. Bei den ersten beiden Züge war ein anderer Mann vorneweg gegangen. © Griese, Volker

Friedlich und ohne besondere Vorkommnisse ist die vierte Anti-Corona-Demonstration am Montagabend in Werdohl verlaufen. Bürgermeister Andreas Späinghaus ist dennoch verärgert über diese Aktionen in seiner Stadt

Polizei-Wachleiter Volker Bootz, der selber den Einsatz seiner Kolleginnen und Kollegen leitete, berichtete im Gespräch mit der Redaktion von keinerlei besonderen Vorkommnissen.

Wie die drei Mal zuvor war auch diese als Spaziergang bezeichnete Demonstration von niemandem angemeldet und damit illegal. Gegen 18 Uhr habe sich die Gruppe wieder auf dem Rathausparkplatz getroffen, um unverzüglich über den Grasacker Richtung Freiheitstraße zu laufen. Während die ersten beiden Aufzüge von einem jungen Mann und seiner Familie mit einer Musikbox angeführt wurde, war es beim dritten und vierten Umzug ein anderer Mann. Bootz berichtete, dass immer dieselbe Musik abgespielt werde und die Gruppe dieselbe Route gegangen sei. In der Gruppe im Messenger-Dienst Telegram, in der sich die Gruppe verabredet, war von Angriffen auf die Polizei die Rede. Passiert sei aber garnichts, wie Bootz berichtete. Es scheine aber zum Programm zu gehören, dass an einer Stelle des Umzugs Unbekannte Feuerwerk zünden.

So viele Teilnehmer wie noch nie

Mit von der Polizei geschätzten 170 Mitläufern fand diese vierte Anti-Corona-Demonstration einen bisherigen Höhepunkt in Bezug auf die Teilnehmerzahl.

Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) hat auf Nachfrage unserer Redaktion diese „Spaziergänge“ verurteilt. Diejenigen, die dort mitgingen, verhielten sich „verantwortungslos“. Die Menschen dort hätten sich nur selbst im Blick und nicht die Gemeinschaft. Mitten in der Pandemie mit Inzidenzen im Bereich von 1500 sollten die Menschen ihre Kontakte reduzieren.

Bürgermeister hält Aktionen für „absolut kontraproduktiv“

Bei vergangenen Umzügen ist auch eine bei der Stadtverwaltung beschäftigte Person beobachtet worden, die am Spaziergang teilnahm. Späinghaus dazu: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Demonstrationsfreiheit gibt das her. Mitarbeiter der Verwaltung, die dort mitgehen, haben dienstrechtlich nichts zu befürchten.“

Dennoch halte er diese Art der Versammlung für „zweifelhaft“ und „absolut kontraproduktiv“. Wer sich aus „esoterischen Gründen“ nicht impfen lassen wolle, könne das so tun. Er warnte aber diese Personen davor, sich von Rechtsextremen vereinnahmen zu lassen.

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