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Verärgerung über Festabsage: Werdohler Schützen kritisieren den Vereinsvorstand

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Von: Michael Koll

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Volker Brahmsiepen ist seit 2019 Schützenkönig in Werdohl. Einen Nachfolger wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Das Schützenfest für 2022 ist abgesagt.
Volker Brahmsiepen ist seit 2019 Schützenkönig in Werdohl. Einen Nachfolger wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Das Schützenfest für 2022 ist abgesagt. © Griese, Volker

„Ich finde das eine Riesenschweinerei, dass unser Fest abgesagt wurde“, fasste Uwe Schneider die Gefühlslage der 28 Anwesenden bei der Frühjahrsversammlung der 4. Kompanie des Werdohler Schützenvereins (WSV) zusammen.

Keiner der Anwesenden äußerte sich im Gasthaus Versevörder Hof am Mittwochabend mit Verständnis für diese Entscheidung des erweiterten Vorstands des WSV.

Aufgrund des Urlaubs von Geschäftsführer Thomas Reiche sei diese Vorstandssitzung wohl von Februar auf März verschoben worden, mutmaßte Schneider. „Im März hatte ich aber selbst einen Urlaub gebucht.“ Folglich nahm Fabian Hahn für ihn an dieser folgenschweren Sitzung in der vergangenen Woche teil. Und der war auch Mittwoch noch sichtlich aufgewühlt von dem, was er dort erlebte.

Vorsitzender war im Vorfeld nicht informiert

Hahn schilderte, dass Geschäftsführer Reiche sich offenbar während seines Urlaubs zur Schützenfest-Absage entschlossen habe. Als er dies bei der Vorstandssitzung verkündet habe, sei dem Gesicht des Vorsitzenden Andreas Schreiber anzusehen gewesen, dass ihn dies unvorbereitet getroffen habe.

Dies bestätigte Schreiber auf Nachfrage: „Es war schade, dass Thomas Reiche mich nicht im Vorfeld über seinen Entschluss in Kenntnis gesetzt hat“, sagte er. „Ich bin mit einer ergebnisoffenen Haltung zu der Vorstandssitzung gegangen.“ Der Oberst konkretisierte: „Ich bin jetzt genauso unzufrieden mit der Absage, wie ich Bauchschmerzen gehabt hätte, wenn wir das Fest hätten stattfinden lassen.“

Zu spät um Kapellen und Zeltwirt bemüht?

Hahn berichtete bei der Kompanieversammlung weiter, Reiche habe argumentiert, dass im Falle einer Durchführung des Festes dem Verein der Konkurs drohe. Durch Corona sei alles teurer geworden. Diese Aussage schränkte Schreiber auf Nachfrage ein: „Es wurde gesagt, dass der Konkurs eintrete, wenn wir einen fünfstelligen Verlust mit dem Fest machten.“

Aus der Kompanieversammlung kam der Vorwurf, der WSV-Vorstand habe sich schlicht viel zu spät um Kapellen und einen Zeltwirt bemüht. Jetzt sei es zu spät, um noch günstige oder überhaupt welche zu finden. Diesem Vorwurf entgegnete Schreiber: „Wie willst Du denn eher mit den Planungen anfangen, wenn Du nicht weißt, was Du machen darfst?“

Kritik: „Alternativen nicht erörtert“

Hahn monierte: „Alternativen wie eine Zeltverkleinerung oder die Verkürzung des Festes auf drei Tage wurden gar nicht erörtert.“ Er sei wie vor den Kopf gestoßen gewesen und habe sich bei Abstimmung schließlich nur noch irritiert enthalten können. Viele andere Anwesende der Vorstandssitzung hätten sich aber offenbar unter Druck gesetzt gefühlt. Hahn, stellvertretender Kompanieführer der Vierten, sagte nun, nachdem er das Abstimmungsergebnis habe sacken lassen: „Ich bin einfach nur frustriert über die Absage.“

Detlef Heinz, stellvertretender Kompanie-Kassierer, hatte ebenfalls an der erweiterten Vorstandssitzung teilgenommen. Er ereiferte sich im Nachgang über die 3. Kompanie: „Die hatten angeblich vier Königsanwärter. Davon seien aber am Schützenfest-Wochenende drei im Urlaub. Als ich das hörte, konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln.“ Er holte tief Luft und ergänzte: „Dazu konnte ich dann schlicht nichts mehr sagen.“ Thomas Reiche war für die Redaktion für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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