Aus Verärgerung: Kirchhoff-Stewens legt Vorstandsamt bei „Natürlich Werdohl“ nieder

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Die bislang letzte Jahreshauptversammlung des Vereins „Natürlich Werdohl“ fand im Frühjahr 2017 statt. Bürgermeisterin Voßloh wurde für zwei Jahre als Vorsitzende im Amt bestätigt. Vereins-Geschäftsführer Ludwig Kirchhoff-Stewens regte damals schon Veränderungen an, die seiner Meinung nach bis heute nicht umgesetzt sind. Jetzt ist er aus dem Gremium zurückgetreten.

Werdohl - Ludwig Kirchhoff-Stewens engagiert sich gern und ohne besonders im Vordergrund zu stehen für seine Heimatstadt Werdohl. Der 53-jährige Geschäftsführer der Firma Rötelmann in Dresel bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als „bekennenden Werdohler“.

Mehr als zehn Jahre war er Geschäftsführer des Marketing-Vereins „Natürlich Werdohl“. Jetzt ist er aus Verärgerung über die Vorsitzende, Bürgermeisterin Silvia Voßloh, von diesem Amt zurückgetreten. 

Durch den früheren Bürgermeister Manfrerd Wolf sei er in diesen Stadtmarketing-Verein eingetreten. „Natürlich Werdohl“ ist die Nachfolgeorganisation einer Einzelhändlervereinigung, der Verein wurde durch die Umfirmierung auch anderen Engagierten zugänglich. Kirchhoff-Stewens ist Geschäftsführer der Firma Rötelmann in Dresel und sehr an seiner Stadt interessiert, also sagte er damals seine Mitarbeit im Vorstand von „Natürlich Werdohl“ gerne zu. 

Nach und nach an Bedeutung verloren

Ludwig Kirchhoff-Stewens

Der Verein verlor nach und nach an operativer Bedeutung wegen der Gründung der Stadtmarketing-Gesellschaft. Die Anteile an der Werdohl Marketing GmbH halten zu je einem Drittel „Natürlich Werdohl“, die Stadt Werdohl und Gesellschafter aus der Industrie. Zuletzt gab es 61 Mitglieder. Bürgermeisterin Silvia Voßloh ist Vorsitzende, Peter Ebener ihr Stellvertreter, Beisitzer sind Stefan Ohrmann, Klaus Hinse und Petra Conredel. 

Kirchhoff-Stewens hat seinen Entschluss zum Austritt aus dem Verein vor zwei Wochen der Bürgermeisterin schriftlich mitgeteilt, bis jetzt habe er keine Antwort darauf bekommen. Als Geschäftsführer sei er nie vernünftig informiert worden, beklagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Immer wieder habe er Vorschläge gemacht, die niemand weiterverfolgt habe. Die letzte Jahreshauptversammlung fand im März 2017 statt. 

2018 habe es gar keine Versammlung gegeben, beklagt Kirchhoff-Stewens. Vom Finanzamt habe er Post bekommen, dass die Steuererklärung für 2017 noch ausstehe. Dieses Schreiben habe er mit seiner Rücktrittserklärung an die Bürgermeisterin weitergeleitet. 

Verärgerung über den Martinszug

Ausschlaggebend für seinen Rücktritt sei der vom Stadtmarketing abgesagte Martinszug gewesen. Kirchhoff-Stewens: „Das war echt das Letzte.“ Der Tatsache, dass Steffi Starbatty die Sache ehrenamtlich durchgezogen habe, bringe er einen Riesenrespekt entgegen. „Super, wie die Frau die Großen vom Stadtmarketing am Nasenring durch die Manege gezogen hat“, findet Kirchhoff-Stewens bildliche Worte. 

Auch von der Bürgermeisterin ist er enttäuscht. Vor etwa einem Jahr habe er mit ihr über seine Idee diskutiert, im Gebäude der Post ein Hotel anzusiedeln. „Eine Woche später hieß es, da soll eine Brauerei hinein, und der Name des Bieres war auch schon bekannt“, fühlt sich Kirchhoff-Stewens nicht ernst genommen. „Davon wusste Silvia Voßloh doch schon, als wir uns über meine Idee unterhalten hatten“, meint er. 

"Das Ding ist längst tot"

Werdohl habe ein Riesen-Potenzial, das gehoben werden könne. Die Stadt habe viele Entwicklungsmöglichkeiten. Vom Verein „Natürlich Werdohl“ erwartet er gar nichts mehr: „Das Ding ist längst tot.“ Wenn der Verein von niemandem mehr gewollt werde, müsse man ihn eben auflösen. Er habe keine Lust, hinter verschlossenen Türen irgendetwas zu mauscheln: „Da habe ich keinen Bock drauf.“ Gern würde er sich weiter für Werdohl im Bereich Marketing engagieren: „Aber so nicht.“

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