150 VDM-Mitarbeiter im Warnstreik

Ausgerüstet mit Fahnen, Kappen und Streik-Westen verliehen auch viele junge VDM-Mitarbeiter den Gewerkschaftsforderungen Nachdruck.

Werdohl - „Das Wetter ist heute so frostig wie das Angebot der Arbeitgeber.“ Mit diesen Worten begrüßte Kevin Dewald, Gewerkschaftssekretär der IG Metall im Märkischen Kreis, Montagmorgen rund 150 Mitarbeiter der VDM Metals GmbH zu einem Warnstreik vor dem Werkstor an der Plettenberger Straße.

Von Carla Witt

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern gescheitert war, sei es nun an der Zeit, ein Zeichen zu setzen, erklärte die VDM-Betriebsratsvorsitzende Dagmar Waschkowiak: „Die dritte Runde beginnt am Freitag in Mühlheim. Wir wollen hoffen, dass wir dann eine Einigung erzielen können.“

Die Gewerkschafter seien mit drei anspruchsvollen, aber durchaus berechtigten Forderungen in diese Tarifrunde gegangen. Zum einen setzt sich die IG Metall für eine Einkommenserhöhung in Höhe von 5,5 Prozent ein. „Alles wird teurer. Die Menschen müssen aber weiterhin konsumieren, auch um die Konjunktur anzukurbeln, und brauchen einfach mehr Geld“, stellte Waschkowiak fest.

Im Mittelpunkt der Tarifrunde 2015 stehen außerdem Verhandlungen zur Altersteilzeitregelung. „Das Rentenalter wird immer weiter nach oben geschoben, und nicht jeder kann und möchte bis 67 Jahre arbeiten“, so die VDM-Betriebsratsvorsitzende. Kevin Dewald ärgerte sich vor dem Werkstor über das Angebot der Arbeitgeber und stellte fest: „Die Arbeitgeber wollen in Punkto Altersteilzeit sogar eine Verschlechterung. Was sie gefordert haben, ist eine Frechheit.“

Lesen Sie dazu auch:

Warnstreik vor dem Werkstor von VDM Altena

Dritter Punkt auf der Forderungsliste der Metaller ist die Einrichtung der Bildungsteilzeit. Um vor allem den jüngeren Arbeitnehmern Bildungschancen für den beruflichen Aufstieg zu eröffnen, ist es aus Gewerkschaftssicht unumgänglich, entsprechend geförderte Bildungszeiten anzubieten. „Die Arbeitgeber wollen Fachkräfte“, stellte Dewald fest – und forderte die genannte Gruppe durch das Megaphon auf: „Dann tut auch etwas dafür!“ Viel zu wenig Geld würde in Aus- und Weiterbildung investiert. „Zukunftssicherung sieht anders aus, liebe Arbeitgeber“, kritisierte der Gewerkschaftssekretär.

Mit Pfeif- und Hupkonzerten bekundeten die Streikenden immer wieder ihre Zustimmung zu den Gewerkschaftsforderungen. Die IG Metall hatte ihre Mitglieder gut entsprechend gut ausgestattet: Mit Trillerpfeifen, Tröten, Fahnen, Bannern, Streikwesten und Kappen. Damit es die VDM-Mitarbeiter trotz der Witterung eine Weile vor dem Werkstor aushielten, wurden sie mit Campingbrötchen verpflegt.

Dewald betonte, dass es jetzt notwendig sei, Solidarität zu zeigen: „Wir stehen hier auch für diejenigen, die jetzt hinter den Fenstern stehen und uns zusehen. Das Geld nehmen sie später aber gerne“, kritisierte der Gewerkschafter. Es gelte, jetzt gemeinsam Druck zu machen.

„Es ist wie bei einer Tube. Rollt man sie von unten auf, kommt oben etwas heraus“, sagte der Gewerkschaftssekretär. Er dankte schließlich allen, die am Warnstreik teilgenommen hatten – und betonte abschließend: „Es kann sein, dass wir Euch noch einmal brauchen. Dann wäre es gut, wenn ihr wieder mitmachen würdet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare