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VDM-Mitarbeiter im Arbeitskampf: „Angebot ist eine Frechheit!“

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Von: Volker Griese

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Etwa 120 VDM-Beschäftigte beteiligten sich am Mittwoch in Werdohl am Warnstreik, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte.
Etwa 120 VDM-Beschäftigte beteiligten sich am Mittwoch in Werdohl am Warnstreik, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte. © Volker Griese

An den Warnstreiks der IG Metall in landesweit etwa 60 Betrieben haben sich am Mittwoch auch ungefähr 120 Beschäftigte von VDM Metals in Werdohl beteiligt. Sie versuchten, damit der Gewerkschaftsforderung nach acht Prozent mehr Geld Nachdruck zu verleihen.

Werdohl ‒ „Wir haben eine lange Krisenphase hinter uns und haben uns schon mehrmals mit Einmalzahlungen zufriedengegeben. Jetzt hätten wir gerne wieder eine Erhöhung unseres monatlichen Entgelts“, skizzierte Torsten Kasubke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis, die Forderungen. „Die Not der Leute ist groß“, ergänzte er angesichts steigender Lebenshaltungskosten und einer Inflationsrate von mehr als zehn Prozent. Die Arbeitgeber seien seiner Auffassung nach auch dafür da, die Inflation durch höhere Lohn- und Gehaltszahlungen auszugleichen.

Die Arbeitgeberseite hatte in den bisher regional geführten Verhandlungen steuer- und abgabenfreie Einmalzahlungen von 3000 Euro und darüber hinaus bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine Erhöhung der Lohntabellen angeboten, die sie aber bisher nicht genauer beziffert haben.

Dies sei kein ernsthaftes Angebot, wies Kasubke den Vorschlag zurück. „Die Arbeitgeber müssen sich viel mehr bewegen“, forderte er.

Ralf Fenner, Vorsitzender des Betriebsrat im Werdohler VDM-Werk, bezeichnete das Arbeitgeberangebot sogar als „eine Frechheit“. „Eine noch viel größere Frechheit“ sei allerdings, dass die Arbeitgeber den Beschäftigten gleichzeitig das Weihnachtsgeld kürzen wollten. Auch Fenner forderte eine deutliche Anhebung des monatlichen Entgeltes. „Wir brauchen acht Prozent mehr Geld, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln“, sagte er vor den Beschäftigten, die sich mit Gewerkschaftsfahnen und Trillerpfeifen vor dem VDM-Werkstor am Kreisverkehr versammelt hatten.

Die Produktion bei VDM, mit 680 gewerblich und kaufmännisch Beschäftigten Werdohls größer Arbeitgeber, sei durch den Warnstreik zum Erliegen gekommen, behauptete Kusubke und zeigte sich zufrieden: „Das wollten wir erreichen.“ In den Personalabteilungen der Unternehmen, sagte Kasubke weiter, gebe es durchaus Verständnis für die Forderungen der Arbeitnehmerschaft. „Aber am Verhandlungstisch ist das dann alles wieder vergessen.“

Für den Fall, dass sich die Arbeitgeber nicht deutlich bewegen und auf die Forderungen der Gewerkschaft eingehen, stellte Kasubke weitere Warnstreiks in Aussicht, die dann auch auf andere Betriebe ausgedehnt werden könnten – auch in Werdohl. Die IG Metall werde sich diesmal nicht mit viel weniger als acht Prozent Lohnerhöhung abspeisen lassen, zeigte sich der Erste Bevollmächtigte im Kreis kämpferisch.

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