Teilweise weiträumige Umleitung

Bau des VDM-Kreisels: Das kommt ab Mai auf die Autofahrer in Werdohl zu

+
Die viel befahrene Kreuzung vor dem VDM-Werk soll durch einen Kreisverkehrsplatz sicherer gemacht werden. Das Projekt wird allerdings deutlich teurer als zunächst angenommen.

Werdohl – Der Auftrag für den Bau des Kreisverkehrs vor dem Werdohler VDM-Werk ist vergeben, mit den Arbeiten soll schon bald begonnen werden.

Für Autofahrer wird das aber zeitweise Behinderungen und zum Teil weite Umwege mit sich bringen. Etwa zehn Monate sollen die Bauarbeiten dauern, die nun jedoch deutlich teurer werden als zunächst angenommen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Warum wird der Kreisel überhaupt gebaut? 

Der neue Knotenpunkt mit Kreisfahrbahn und einer Mittelinsel soll die stark befahrene Kreuzung von Plettenberger Straße, Neuenrader Straße und Lüdenscheider Straße, in die auch noch die Werksaus- und -einfahrt von VDM einmündet, sicherer machen. 

Wann sollen die Arbeiten beginnen? 

Nachdem der anvisierte Beginn der Baumaßnahme mehrfach verschoben worden ist, will der Landesbetrieb Straßen.NRW nun kurzfristig mit dem Bau des im Durchmesser 35 Meter großen Kreisverkehrsplatzes beginnen. „Der Baubeginn wird in der ersten Mai-Hälfte erfolgen“, sagte Andreas Berg, Sprecher des Landesbetriebs, auf Nachfrage. 

Wie hoch sind die Kosten? 

Vier Unternehmen hatten sich im Ausschreibungsverfahren um den Bau des Kreisels beworben, dessen Kosten in den Kalkulationen des Landesbetriebs stets mit rund 600 000 Euro angegeben worden waren. Den Zuschlag hat schließlich das Neuenrader Unternehmen Ossenberg erhalten, das das Projekt nun für 1,9 Millionen Euro umsetzen soll. Damit wird die Baumaßnahme mehr als dreimal so teuer wie ursprünglich geplant. „Von der Bausumme entfallen etwa 1,3 Millionen Euro auf den Bau des eigentlichen Kreisels und 600 000 Euro auf Arbeiten wie die Verlegung der Versorgungsleitungen und den Neubau der VDM-Werkseinfahrt“, schlüsselte Berg die Zahlen ein wenig auf. Den allergrößten Teil der Kosten trägt der Bund, die Stadt Werdohl ist nur mit einem kleinen Teil von rund 65 000 Euro für Straßenbeleuchtung, barrierefreie Übergänge, Kanal und Kabelverlegungen beteiligt. 

Während des größten Teils der Bauzeit wird der Verkehr hinter einer Absperrung (rote Line) nördlich an der Kreisel-Baustelle vorbei geleitet (grüne und blaue Linie). Der Abzweig Richtung Neuenrade wird voraussichtlich dreieinhalb Monate komplett gesperrt.

Was genau wird eigentlich gebaut? 

Der Auftrag umfasst den Bau des Kreisverkehrsplatzes, dem allerdings zunächst noch eine aufwendige Verlegung von Versorgungsleitungen vorausgehen muss, deren Verlauf „an die zukünftige Verkehrsführung anzupassen ist“, wie es Berg ausdrückt. Im Klartext heißt das: Die Leitungen sollen so verlegt werden, dass sie später nicht mitten durch den Kreisverkehr verlaufen. Damit könnten irgendwann einmal notwendige Reparaturarbeiten an den Leitungen ohne größere Störung des Verkehrsflusses durchgeführt werden. Aber die Anzahl der zu verlegenden Kabel und Rohre ist wohl beträchtlich: „Wir haben allein 20 Stromleitungen mit je 10 000 Volt Spannung, hinzukommen noch Telekommunikationsleitungen“, zählt Berg nur einige Leitungen auf. Neben dem eigentlichen Kreisverkehr wird auch ein Stück der Neuenrader Straße saniert: Auf einer Länge von gut 400 Metern werden der Kanal, eine Gasleitung und die Fahrbahndecke erneuert. 

Wie lange sollen die Bauarbeiten dauern? 

„Wir gehen von einer Bauzeit von 240 Werktagen aus“, sagte Landesbetrieb-Sprecher Berg. Bei einem Baubeginn Mitte Mai würde das bedeuten, dass mit einer Fertigstellung des neuen Verkehrsknotenpunktes Mitte März 2021 zu rechnen wäre – einen milden Winter mit guten Arbeitsbedingungen vorausgesetzt. Alleine 80 Werktage kalkuliert Straßen.NRW übrigens für die Arbeiten am Teilstück der Neuenrader Straße ein, die während dieses Zeitraums zwischen der Einmündung in den späteren Kreisverkehr und der Kreuzung am Haus Werdohl (Neuenrader Straße/Neustadtstraße/Friedhofstraße) komplett gesperrt werden soll. 

Wie wird während der Bauarbeiten der Verkehr geführt? 

„Während des größten Teils der Bauzeit wird der Verkehr einspurig und mit Ampelregelung über eine Baustraße an der Baustelle vorbeigeleitet“, kündigte Berg an. Das betrifft sowohl den Verkehr in und aus Fahrtrichtung Neuenrade sowie auch den, der in und aus den Fahrtrichtungen Plettenberg/Kettling und Lüdenscheid/Versetal/Innenstadt fließt. Schwieriger wird es, wenn das untere Teilstück der Neuenrader Straße (B 229) gesperrt wird. Während Pkw-Fahrer Ausweichstrecken über innerstädtische Straßen suchen und finden werden, muss der Lkw- und Schwerlastverkehr eine längere Umleitungsstrecke befahren. Die führt in Richtung Neuenrade und darüber hinaus über die Rathausbrücke, durch Ütterlingsen und die L 656 (Höllmecke) hinauf. Die schmale und kurvenreiche Nebenstrecke nach Neuenrade werde dann zur Einbahnstraße, kündigte Berg an. „Das ist wegen der Spitzkehren, in denen die Lastwagen weit ausholen müssen, nicht anders machbar“, begründete der Straßen.NRW-Sprecher. Lastwagen, die aus Richtung Neuenrade nach Werdohl hineinfahren wollen, müssen einen rund 45 Kilometer langen Umweg über die B 229, die L 686 und die B 236 mit den Stationen Langenholthausen, Amecke, Allendorf und Siesel fahren. Dasselbe gilt für den Lkw-Verkehr in Richtung Plettenberg, der zunächst auch noch die Höllmecke hinauf- und dann über die lange Umleitungsstrecke fahren muss. Für den Pkw-Verkehr von Werdohl in Richtung Plettenberg bieten sich die kürzeren Varianten über die L 842 und die L 697 mit den Stationen Küntrop und Affeln oder der Weg durch das Versetal und über Selscheid (Kreisstraße 8) an. Wann genau die Neuenrader Straße gesperrt und damit die weiträumige Umleitung des Verkehrs notwendig wird, steht nach Worten von Andreas Berg noch nicht fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare