Arbeiten beginnen am 18. Mai

VDM-Kreisel: Kreuzung wird für ein Jahr zur Großbaustelle

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Die Verkehrsführung für den VDM-Kreisel soll bis Montag fertig eingerichtet werden. Gestern wurden bereits die ersten Ampelanlagen aufgestellt und verkabelt, aber noch nicht in Betrieb genommen.

Werdohl – Mit den Arbeiten für den Bau des Kreisverkehrs vor dem Werdohler VDM-Werk soll in der kommenden Woche begonnen werden. Das gab der Landesbetrieb Straßen.NRW in dieser Woche bekannt.

Für Autofahrer wird die Baustelle zeitweise Behinderungen und zum Teil weite Umwege mit sich bringen. Etwa ein Jahr sollen die Arbeiten dauern. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Wann sollen die Arbeiten beginnen? 

Straßen.NRW möchte bis kommenden Montag, 18. Mai, die Verkehrsführung mit Baustellenampeln einrichten. Dienstag sollen die Vorarbeiten starten, die laut Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg etwa zwei Wochen dauern werden. Anfang Juni läuft planmäßig die eigentliche Baumaßnahme an, „für die wir 240 Arbeitstage kalkuliert haben“, sagte Berg. Es handele sich realistisch gesehen um eine Bauzeit von einem Jahr. Aus dem Boden gestampft wird ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 35 Metern.

Wie wird während der Bauarbeiten der Verkehr geführt? 

„Während des größten Teils der Bauzeit wird der Verkehr einspurig und mit Ampelregelung über eine Baustraße an der Baustelle vorbeigeleitet“, kündigte Berg an. Das betrifft sowohl den Verkehr in und aus Fahrtrichtung Neuenrade sowie auch den, der in und aus den Fahrtrichtungen Plettenberg/Kettling und Lüdenscheid/Versetal/Innenstadt fließt. Schwieriger wird es, wenn das untere Teilstück der Neuenrader Straße (B 229) gesperrt wird. Während Pkw-Fahrer Ausweichstrecken über innerstädtische Straßen suchen und finden werden, muss der Lkw- und Schwerlastverkehr eine längere Umleitungsstrecke befahren. Die führt in Richtung Neuenrade und darüber hinaus über die Rathausbrücke, durch Ütterlingsen und die L 656 (Höllmecke) hinauf. Die schmale und kurvenreiche Nebenstrecke nach Neuenrade werde dann zur Einbahnstraße, kündigte Berg an. „Das ist wegen der Spitzkehren, in denen die Lastwagen weit ausholen müssen, nicht anders machbar“, begründete der Straßen.NRW-Sprecher. Lastwagen, die aus Richtung Neuenrade nach Werdohl wollen, müssen einen rund 45 Kilometer langen Umweg über die B 229, die L 686 und die B 236 mit den Stationen Langenholthausen, Amecke, Allendorf und Siesel fahren. Dasselbe gilt für den Lkw-Verkehr in Richtung Plettenberg, der zunächst auch noch die Höllmecke hinauf- und dann über die lange Umleitungsstrecke fahren muss. Für den Pkw-Verkehr von Werdohl in Richtung Plettenberg bieten sich die kürzeren Varianten über die L 842 und die L 697 mit den Stationen Küntrop und Affeln oder der Weg durch das Versetal und über Selscheid (Kreisstraße 8) an. Wann genau die Neuenrader Straße gesperrt und damit die weiträumige Umleitung des Verkehrs notwendig wird, steht nach Worten von Straßen.NRW-Sprecher Andreas Berg noch nicht fest.

Wann soll die Baumaßnahme fertig sein? 

Ausgehend von den 240 Werktagen, die der Landesbetrieb derzeit kalkuliert, wäre mit einer Fertigstellung des neuen Verkehrsknotenpunktes frühestens Mitte bis Ende März 2021 zu rechnen – einen milden Winter mit guten Arbeitsbedingungen vorausgesetzt. Fällt der Winter weniger mild aus und es kann nicht gebaut werden, wird es wohl bis Mai 2021 dauern, bis Autofahrer im neuen Kreisverkehr ihre Runden drehen können. Diesen Zeitraum von rund einem Jahr hält Berg für realistisch. Alleine 80 Werktage kalkuliert Straßen.NRW übrigens für die Arbeiten am Teilstück der Neuenrader Straße ein, die während dieses Zeitraums zwischen der Einmündung in den späteren Kreisverkehr und der Kreuzung am Haus Werdohl (Neuenrader Straße/Neustadtstraße/Friedhofstraße) komplett gesperrt werden soll.

Was genau wird eigentlich gebaut? 

Der Auftrag umfasst den Bau des Kreisverkehrsplatzes, dem allerdings zunächst noch eine aufwendige Verlegung von Versorgungsleitungen vorausgehen muss, deren Verlauf „an die zukünftige Verkehrsführung anzupassen ist“, wie es Berg ausdrückt. Im Klartext heißt das: Die Leitungen sollen so verlegt werden, dass sie später nicht mitten durch den Kreisverkehr verlaufen. Damit könnten irgendwann einmal notwendige Reparaturarbeiten an den Leitungen ohne größere Störung des Verkehrsflusses durchgeführt werden. Aber die Anzahl der zu verlegenden Kabel und Rohre ist wohl beträchtlich: Es handelt sich um 20 Stromleitungen mit je 10 000 Volt Spannung, hinzu kommen Telekommunikationsleitungen. Neben dem eigentlichen Kreisverkehr wird auch ein Stück der Neuenrader Straße saniert: Auf einer Länge von gut 400 Metern werden der Kanal, eine Gasleitung und die Fahrbahndecke erneuert.

Warum wird der Kreisel überhaupt gebaut? 

Der neue Knotenpunkt mit Kreisfahrbahn und Mittelinsel soll die stark befahrene Kreuzung von Plettenberger Straße, Neuenrader Straße und Lüdenscheider Straße, in die auch noch die Werksaus- und -einfahrt von VDM einmündet, sicherer machen.

Wie hoch sind die Kosten? 

Vier Unternehmen hatten sich im Ausschreibungsverfahren um den Bau des Kreisels beworben, dessen Kosten in den Kalkulationen des Landesbetriebs stets mit rund 600 000 Euro angegeben worden waren. Den Zuschlag hat schließlich das Neuenrader Unternehmen Ossenberg erhalten, das das Projekt nun für 1,9 Millionen Euro umsetzen soll. Damit wird die Baumaßnahme mehr als dreimal so teuer wie ursprünglich geplant. „Von der Bausumme entfallen etwa 1,3 Millionen Euro auf den Bau des eigentlichen Kreisels und 600 000 Euro auf Arbeiten wie die Verlegung der Versorgungsleitungen und den Neubau der VDM-Werkseinfahrt“, schlüsselte Berg die Zahlen ein wenig auf. Den allergrößten Teil der Kosten trägt der Bund, die Stadt Werdohl ist nur mit einem kleinen Teil von rund 65 000 Euro für Straßenbeleuchtung, barrierefreie Übergänge, Kanal und Kabelverlegungen beteiligt.

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