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Sohn randaliert, Vater stirbt im Garten

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Von: Volker Heyn

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Bei einem Polizeieinsatz in einem Garten im Werdohler Stadtteil Kettling kam es zu einem Todesfall.
Bei einem Polizeieinsatz in einem Garten im Werdohler Stadtteil Kettling kam es zu einem Todesfall. (Symbolbild) © David Inderlied/Imago

Einen tragischen Ausgang fand der Polizeieinsatz am Tag vor Heiligabend im Werdohler Stadtteil Kettling, bei dem ein 25-jähriger Lüdenscheider betrunken randaliert und die Polizisten beleidigt hatte. Während der Sohn aggressiv gegen eine Beamtin und mehrere Beamte vorging, verstarb sein 64-jähriger Vater im Garten liegend eines natürlichen Todes.

Werdohl/Lüdenscheid - Erst auf entsprechende Hinweise von Zeugen gegenüber dieser Zeitung und auf anschließende Nachfrage bei der Kreispolizeibehörde berichtete Polizei-Sprecher Christoph Hüls vom Tod des 64-Jährigen. Hüls stellte den Verlauf der Ereignisse am späten Abend des 23. Dezember aus Sicht der Polizei dar. Demnach seien Zeugen gegen 23 Uhr in ihrem Haus am Kettling direkt an der Bundesstraße 236 wach geworden und hätten zwei Männer zunächst auf der B 236 und später direkt in ihrem Vorgarten bemerkt. Der jüngere von beiden habe zunächst ein Auto mit Fäusten bearbeitet und sich dann eine Leiter gegriffen, um damit in der Art eines Rammbocks eine Kellertür zu beschädigen. Die ältere Person habe laut der Zeugenaussagen versucht, den jüngeren Mann von seinem Tun abzubringen. Beobachtet wurde von den Zeugen auch, wie der ältere Mann anschließend umfiel.

Vater liegt bewusstlos im Garten

Als die Polizei-Streife um 23.09 Uhr am Kettling eintraf, lag der ältere der beiden Männer bewusstlos im Garten, während sich der jüngere Mann fortlaufend über dem Gartentor erbrach. Darüber berichteten wir in einer früheren Meldung. Bei dem im Garten liegenden Mann handelte es sich um den 64-jährigen Vater des 25-jährigen Randalierers. Beide stammen aus Lüdenscheid. Einige Einsatzkräfte leisteten dem Vater Erste Hilfe und riefen Rettungswagen und Notarzt zur Unglücksstelle. Der Mann konnte nicht reanimiert werden, der Notarzt stellte um 23.52 Uhr den Tod des Mannes fest. Polizei-Sprecher Hüls erklärte, dass der Lüdenscheider eines natürlichen Todes gestorben sei.

Sohn wehrt sich gegen Polizisten

Noch während um das Leben des Vaters gerungen wurde, ging der Sohn auf die Beamten los. Die Polizistin wurde übel sexistisch beleidigt, ein Polizist gegen das Schienbein getreten. Der 25-Jährige bedrohte die Einsatzkräfte mit einem Taschenmesser, ohne allerdings die Klinge auszuklappen. Der Lüdenscheider wurde daraufhin in Gewahrsam genommen. Dabei wehrte er sich weiter und beleidigte die Beamten fortlaufend. Die Nacht zum Heiligabend verbrachte er deshalb im Polizeigewahrsam in Iserlohn. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Was Vater und Sohn aus Lüdenscheid in einem Vorgarten am Kettling an der Werdohler Stadtgrenze zu Plettenberg zu tun hatten, kann nur vermutet werden. Zeugen sprachen gegenüber unserer Zeitung davon, dass der Vater seinen volltrunkenen Sohn wahrscheinlich in Plettenberg mit dem Auto abgeholt hat.

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