Variantenreiche Lobpreisung Gottes

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Der niederländische Chor Shirchadasj bot im Festsaal Riesei eine eindrucksvolle Leistung. Solist Hans Praag (im Bildvordergrund) sorgte mit seiner Stimme für besonders berührende Momente.

Werdohl - Vier Mal fand bisher im Festsaal Riesei eine Gospelnacht statt. Bei jedem Mal wurde den Besuchern etwas Besonderes geboten. Und auch die Vorankündigung für die fünfte Auflage am Samstagabend versprach Superlativen. Der Erfolgschor Shirchadasj aus den Niederlanden sowie der heimische Chor Living Gospel aus Schalksmühle hielten letztlich, was die Lobeshymnen zuvor versprochen hatten.

Das Organisationsteam dieses Events, das zweifellos mehr Zuhörer verdient gehabt hätte, bewies ein glückliches Händchen. Klassischer Gospel, schwere Balladen, etwas Rock und vor allem Musicalelemente wurden im Laufe eines rund dreieinhalbstündigen Abends zusammengeführt zu einer alles überragenden, in vielen Nuancen vermittelten Botschaft: die Verehrung Gottes.

Lust auf einen besonderen Konzertgenuss vermittelte bereits Bürgermeisterin Silvia Voßloh in einem kurzen Grußwort. Was sie bislang vom Gospelchor Shirchadasj mitnehmen durfte, sei mit wenigen Anmerkungen zu beschreiben: besondere Atmosphäre und berührende Lieder, die ihre Wirkung in vielen Emotionen hätten – von Gänsehaut und Fröhlichkeit bis hin zu Leichtigkeit. Und auch der Schalksmühler Chor Living Gospel verspreche mit seinem Programm emotionsgeladene Musik voller Lebensfreude und Rhythmus.

Zuviel versprochen hatte die Bürgermeisterin damit nicht. Living Gospel begann mit machtvollen bis zart interpretierten Stücken und unterstrich das seit elf Jahren geltende Motto der Sänger, die Lobpreisung Gottes großartig gestalten, im Gewand des Gospels.

Mit sicherer Hand führte Dirigent und Vollprofi Hans-Werner Scharnowski seine Schützlinge durch das Repertoire. Starke Gesten, intensive Mimik, exakt verlangte Einsätze spornten sämtliche Living-Gospel-Mitglieder zu einer besonderen Leistung an.

Dankbar zeigte sich das Publikum im Saal, als auch weltbekannte Klassiker, wie „Amen“ in der Version von Adam L. Mc Knight, „Down by the Riverside“ oder Edwin Hawkings‘ 1969 geschriebener Titel „Oh Happy day“ präsentiert wurden. Nach einer Stunde verabschiedeten sich die Schalksmühler mit dem Song „You Raise me up“, der – so Scharnowski – „einfach als Gebet genommen werden sollte“.

Als besonders herausragend erwiesen sich bei Living Gospel die Solisten – allen voran Björn Bergs, wobei sich allerdings auch Julia Späinghaus und Anika Kögler auszeichnen konnten.

Der Top-Act, wenn man so will, folgte nach einer 20-minütigen Pause: Der niederländische Gospelchor Shirchadasj präsentierte unter dem Titel „Coming Home“ sein neues Programm, das – so die Interpretation – auch als Beitrag im Kampf gegen Lieblosigkeit und Unterdrückung verstanden werden könne. Die Text-Formulierung „I’m the Good Shepherdsman“ tauchte dabei durchgängig und variantenreich auf.

Gestützt wurde der Auftritt der Niederländer durch eine mit guten Lichteffekten unterstrichene Choreografie. Inbrunst, Ergebenheit, Erlösung und Lobpreisung erhielten so einen besonderen Ausdruck.

Die zehnköpfige Band hielt durch ihren Beitrag die Spannung des Auftritts hoch – mit dezenten Jazz-Varianten, etwas Rock, Swing und eben mit Musicalflair. Mit „Heaven is my Home“ ging es dann in den zweiten Teil des Shirchadasj-Auftritts. Dort näherten sich die Niederländer den eigenen Wurzeln; Gospel wurde deutlicher erkennbar. Unter dem Strich stand indes immer nur eines: Gott und die Lobpreisung für ihn.

Gemeinsam mit Living Gospel verabschiedete der Chor Shirchadasj sich schließlich vom begeisterten Publikum mit einem Segenslied aus England.

Zum Ende des Abends stand dann noch eine ganz zu Beginn von Scharnowski gestellte Frage im Raum: „Warum ist Living Gospel bisher noch nie in Werdohl aufgetreten?“ Seit Samstag steht jedenfalls für viele Besucher der Gospelnacht indes fest: Er und sein Ensemble sollten wiederkommen, denn auch sie haben Lust auf mehr gemacht.

Von Rainer Kanbach

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