Vandalismus am Mahnmal

Insgesamt sieben Schiefer-Bodenplatten des Mahnmals an der Freiheitstraße wurden zerstört.

WERDOHL ▪ Der Vandalismus macht auch vor zentralen Einrichtungen der Innenstadt nicht halt. Jüngstes Beispiel: Das Mahnmal an der Freiheitstraße. Hier haben unbekannte Täter – vermutlich in der zweiten Juni-Hälfte – insgesamt sieben Schieferplatten zertrümmert. Der dadurch angerichtete Sachschaden liegt bei über 1 000 Euro, teilte gestern Rainer Gumz, der zuständige Abteilungsleiter der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit.

Nachdem die ersten Beschädigungen auf der Bodenplatte des einst von Paul Seuthe entworfenen Mahnmals festgestellt wurden, hatte die Stadt neue Steine bestellt. Weil es sich hier um 4,5 Zentimeter dicke Platten mit Sondermaß handelt, war eine entsprechend lange Lieferzeit einzuplanen. Unmittelbar nach dieser Bestellung musste das Plattenkontingent korrigiert werden, denn weitere Platten waren beschädigt worden.

Zwar habe die Stadt Anzeige gegen Unbekannt erstattet, so Rainer Gumz, doch wird im Rathaus nicht damit gerechnet, dass die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft von Erfolg gekrönt sein werden. Sollte es keine Zeugen geben, dürfte die Stadt auf den Kosten sitzen bleiben – will heißen: 700 Euro Materialwert und rund 350 Euro Baukosten.

Wann die Schieferplatten ausgetauscht werden, steht zurzeit noch nicht fest. Die Schadstellen sind derzeit durch Warnbaken gesichert. Vermutlich werde die Maßnahme erst im Herbst durchgeführt, schätzt Rainer Gumz. Das Wetter müsse stimmen, und dann wäre das Mahnmal vielleicht nicht mehr ein so großer Anziehungspunkt für Leute mit Zerstörungspotenzial.

Mahnmale, so scheint es, sind in Werdohl in Sachen Vandalismus ein besonderer Anziehungspunkt. Insbesondere die von Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten geschaffene Einrichtung auf der Funkenburg (Deutsches Kreuz des Ostens) war seit Mitte der achtziger Jahre über ein Jahrzehnt Ziel von Zerstörungen. Dabei entstand nicht nur ein Schaden von etlichen 1 000 D-Mark.

Gravierender waren die Gefahren, die durch diese Art Vandalismus ausgelöst wurden, denn die Bruchstein-Säulen, mit denen die fünf ehemaligen Ostgebiete symbolisiert werden sollten, wurden mehrfach den Steilhang hinuntergestoßen und drohten auf die Versestraße und vorbeifahrende Fahrzeuge zu stürzen.

Nicht zuletzt deshalb wurde das Mahnmal Funkenburg aufgegeben.

Rainer Kanbach

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