Ursula und Gerhard Kohlhage feiern Goldhochzeit

Auch nach 50 Ehejahren sind die Kohlhages noch glücklich und verbringen so viel Zeit wie möglich mit der Familie. - Foto: Peuckert

Werdohl -  Wie 50 Jahre kommt es dem Paar gar nicht vor. Aber genau so lange sind Ursula und Gerhard Kohlhage verheiratet. Am 30. Oktober 1964 gaben sich die Werdohler das Ja-Wort. Doch bevor es dazu kam, musste Gerhard Kohlhage viele Kilometer zu Fuß bewältigen.

Am 19. Januar 1943 wird Gerhard Kohlhage geboren, am 2. November 1945 seine spätere Ehefrau. Beide sind Ur-Werdohler, haben nie woanders gelebt. Die Romanze der beiden beginnt im August 1961. Als Mitglied des Mädchenkreises besucht sie ein Missionarszelt in Werdohl. Gerhard Kohlhage ist als Sänger eines gemischten Chores ebenfalls dort. Zu Beginn der 14-tägigen Zeit im Zelt haben die beiden noch nichts miteinander zu tun. Doch irgendwann werden sie aufeinander aufmerksam. Eine Freundin von Ursula bring das Paar schließlich zusammen. Sie sorgt nämlich dafür, dass Gerhard Kohlhage seine spätere Frau während der letzten drei Tage des Missionarszeltes nach Hause begleitet. Am letzten Tag habe er sie dann gefragt, ob er sie wiedersehen dürfte. „Sie hat ‘Nein’ gesagt“, erinnert sich der 71-Jährige. „Gefallen hat er mir ja schon“, erklärt Ursula Kohlhage. Sie habe sich mit 16 Jahren aber zu jung gefühlt.

Vergessen kann sie ihren Schwarm jedoch nicht. Und so lädt sie ihn für den 1. September erstmals auf den elterlichen Hof ein. Dort ist der damals 18-Jährige sofort auch bei der Mutter der Frau beliebt. „Sie haben sich gleich gut verstanden“, erzählt Ursula Kohlhage.

Ein Umstand, der es dem jungen Mann leicht macht, eine Arbeit in der Landwirtschaft der Familie zu bekommen. Auf diese Weise kann er jeden Tag in der Nähe seiner Angebeteten sein. Gerhard Kohlhage ist jedoch nicht hauptberuflich Landwirt, sondern nur nachmittags auf dem Hof tätig. Jeden Tag nimmt er einen einstündigen Weg hin zum Hof und einen einstündigen Weg zurück auf sich. Nach einem Jahr haben die Fußmärsche ein Ende – Gerhard Kohlhage bekommt ein Zimmer auf dem Hof.

Am 1. Juni 1963 verlobt sich das Paar, im Oktober des darauffolgenden Jahres läuten schließlich die Hochzeitsglocken. 1966 kommt Tochter Antje zur Welt. Die Ehe übersteht auch schwere Phasen. So zum Beispiel, als die Familie nach dem Abriss des alten Bauernhauses ein halbes Jahr auf engem Raum in der Garage wohnen muss. Das sei nicht leicht gewesen.

Jetzt leben die Kohlhages mit drei Generationen auf dem Hof von Ursula Kohlhage in einem neu erbauten Haus. „Familie ist uns sehr wichtig“, sagt die 69-Jährige. Familie gebe Halt und helfe auch durch schlechte Zeiten. Als Rezept für eine lange Ehe nennt das Paar an erster Stelle Vertrauen. „Und das Zusammensein, das Miteinander. Wir möchten keine Stunde missen“, erklärt Gerhard Kohlhage und wirft seiner Frau einen liebevollen Blick zu. Morgen gibt es eine große Feier. Mit dabei sind auch die beiden Enkelsöhne Markus und Christian. Markus führt mittlerweile den Hof der Kohlhages. „Aber Opa wird immer noch um Rat gefragt“, sagt Gerhardt Kohlhage lachend.

Von Jana Peuckert

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