Schutzmaßnahmen

Urlaub im Risikogebiet: So gehen die Unternehmen mit den Rückkehrern um

+

Werdohl – Wie reagieren Unternehmen, wenn Arbeitnehmer Urlaub in einem Corona-Risikogebiet machen wollen? Und was passiert, wenn sie von dort zurückkehren? Wie schützen sich Unternehmen davor, dass das Virus in die Belegschaft eingeschleppt wird? Eine kurze Umfrage unter heimischen Arbeitgebern.

„Wir verbieten keinem Mitarbeiter den Urlaub in einem Risikogebiet. Arbeitsrechtlich wäre das auch gar nicht möglich. Wir raten aber dringend davon ab“, sagt Dr. Matthias Papenfuß, Geschäftsführer bei Stauff in Werdohl. Der Spezialist für Hydraulikkomponenten beschäftigt deutschlandweit 600 Mitarbeiter, davon allein 240 am Stammsitz Werdohl, aber auch 60 in Küntrop. 

Urlaubsrückkehrer müssen einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen, sonst kommen sie erst gar nicht aufs Firmengelände. Gleiches gilt für solche, bei denen nur der Verdacht auf eine Covid19-Erkrankung besteht und die keinen in deutscher Sprache attestierten negativen Test vorlegen können. „Unsere Mitarbeiter halten sich eisern daran. Auch deshalb hatten wir in ganz Europa bei Stauff noch keinen Corona-Fall“, verweist Papenfuß auf den Erfolg der strikten Maßnahmen. 

Keine speziellen Verhaltensregeln 

Beim Pumpenhersteller Kracht, der in Werdohl rund 350 Mitarbeiter beschäftigt, werden die Angestellten und Arbeiter lediglich angehalten, zu prüfen, ob ihr Reiseziel in einem Risikogebiet liegt. Firmeneigene Verhaltensregeln für den Urlaub selbst oder für die Zeit nach der Rückkehr aus dem Urlaub gibt es nach Aussage von Firmensprecher Johannes König nicht: „Wir weisen ausdrücklich auf die strikte Einhaltung der Verordnung des Bundes hin.“ 

Die Stadt Werdohl verweist auf die Coronaeinreiseverordnung, wenn es um die Urlaubsrückkehr von Mitarbeitern geht. „Darin sind verbindliche Regelungen enthalten, unter welche Voraussetzungen sich Urlaubsrückkehrer in Quarantäne zu begeben haben, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben“, sagt Personalchef Reinhardt Haarmann. 

Homeoffice als Option

Zusätzlich zu den gesetzlichen bestimmen gebe es keine Verhaltensregeln für die Rathaus-Mitarbeiter. Haarmann: „Uns obliegt aber die Fürsorge- und Schutzpflicht gegenüber unseren Arbeitnehmern zur Erhaltung ihrer Gesundheit. Dazu gehört auch der Schutz vor einer Ansteckung durch erkrankte Arbeitskollegen und vor Infektionen durch Dritte.“ Wer unter die Quarantänepflicht falle, oder Corona-Symptome zeige, dürfe nicht zur Arbeit kommen, könne aber unter Umständen im Homeoffice arbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare